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muck00

Lammzeit

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von am 29.04.2010 um 14:47 (765 Hits)
Wie alle Jahre wieder, sind wir mitten in der Lammzeit.
Und wie auch letztes Jahr, haben wir ausschließlich Problemgeburten .
Der Tierarzt geht bei uns zu jeder Tages - und Nachtzeit ein und aus ( oh Gott die Kosten)
Ich komme kaum noch zum schlafen und das aufstehen am Morgen fällt mir sauschwer ( muß ja noch zur Arbeit)
Wir haben dieses Jahr aber auch wirklich alles an Problemen, angefangen beim Scheidenschnitt weil das Lamm zu groß war, bis hin zum Kaiserschnitt ( auch weil das Lamm zu groß war ).
Selbst einen Nabelbruch bei einem neugeborenen Lämmchen war dabei (schrecklich, die Gedärme fielen raus, armes Würmchen)
Alle OPs wurden im Stall durchgeführt und ich mußte dabei sein um zu helfen.
Das für mich schlimmste Erlebnis war allerdings, als mein Mann am Sonntag zum Frühdienst mußte, und ein Schaf gegen 8.30 Uhr die Fruchtblase verlor und der Ablammprozess begann.
Nach über 1 Stunde setzten immer noch keine Wehen ein, und mir war sofort klar, das da etwas nicht in Ordnung lief - also Tierarzt anrufen.
Der kam auch ziemlich schnell, untersuchte das Schaf und meinte, es sei eigentlich alles in Ordnung, er würde die Hufe und das Mäulchen ertasten können, aber noch nicht das Lamm rausziehen, da der Muttermund noch zu geschlossen sei, wenn das Lamm bis 12.00 Uhr noch nicht da sei, solltwe ich mich noch mal melden, und fuhr wieder weg.
Nach 20 min. setzten dann doch Presswehen ein, und ich wurde für einige Zeit etwas zuversichtlicher - ha von wegen - ich bemerkte nach ca. 30 min., das das Schaf sich beim pressen anders verhielt als die anderen, sie stöhnte lauter, schrie schon fast, es war schrecklich.
Ich entschloß mich nachzusehen, ob schon etwas von dem Lamm zu sehen war.
Sie ließ mich auch ran und ich sah - oh Schreck - ein Beinchen war normal zu sehen, das andere war weiter zurückgezugen und ich sah die Zunge geschwollen aus dem Mäulchen ragen -- verdammt das war nicht gut, da das Lamm zu ersticken drohte.
Ich rief sofort den Tierarzt an, der meinte, ich sollte versuchen das Lamm rauszuziehen, da er noch bei einem anderen Patienten war und frühestens in 45 min. da sein könnte .
Ich also zurück in den Stall und habe versucht das Lamm zu hohlen, doch es ging einfach nicht, das Tierchen saß zu fest im Geburtskanal.
Ich war so verzweifelt, das ich losheulen mußte, weil ich nicht helfen konnte.
Doch die Angst, das mir das Lämmchen stierbt, hat mir dann doch ungeahnte Kräfte verliehen, ich richtete das eine Beinchen, damit ich besser ziehen konnte, weitete die Scheide so gut es ging, setzte mich hinter das Tier uaf den Boden, stemmte meine Beine gegen sie und zog und zog bis ich eine Bewegung verspührte ( das arme Muttertier schrie sich die Seele aus dem Leib, blieg aber stehen die Gute) und auf einmal hatte ich das Lämmchen drausen und oh Freude, es lebte noch.
Die Zunge war fürchtbar geschwollen, so was hatte ich bis dato nicht gesehen, aber es atmete
Das Muttertier sackte danach vor Erschöpfung zusammen, und ich hätte mich am liebsten daneben gepackt .
Jetzt sind wir mit dem Ablammen durch, wir haben 22 Lämmchen bekommen, aber über eines bin ich mir klar geworden, das Leid und die Qualen der Tiere möchte ich nicht noch einmal erleben und wir haben uns durchgerungen, alle Tiere außer zweien zu verkaufen.

Aktualisiert: 30.04.2010 um 05:33 von muck00

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Kommentare

  1. Avatar von Skorpi
    Boha Muck .. bei euch ist immer was los. Ich finde deinen Einsatz Klasse **Respekt**
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