Er ist der Beste der Welt: Pakros d'Ulmental

Mit 750 000 Exemplaren nach wie vor die beliebteste Hunderasse. 2000 von ihnen stellten sich dem Wettbewerb.

Braunschweig -
Die Stars im Braunschweiger Eintracht-Stadion bewegen sich auf vier Pfoten. Das galt zumindest am vergangenen Wochenende. Mehr als 2000 Deutsche Schäferhunde bestimmten dort das Bild. Sie waren mit ihren Besitzern und Züchtern aus aller Welt angereist, um Champion zu werden. Schließlich handelte es sich bei der dreitägigen Veranstaltung um die offizielle Weltmeisterschaft für Deutsche Schäferhunde.

"Ein Schönheitswettbewerb ist das nicht. Das hier sind keine Models, die nur auf dem Sofa liegen", betont Heiko Christian Grube vom Verein für Deutsche Schäferhunde. Die Vertreter der Rasse würden für vielfältige Aufgaben eingesetzt, so etwa bei der Polizei, als treue Helfer von Blinden oder als Spürnasen im Rettungsdienst. Entsprechend breit gefächert sind auch die Anforderungen an die Gebrauchshunde. Sie müssen Kondition im Dauerlauf ebenso beweisen wie Gehorsam und friedliches Sozialverhalten. Aber auch eine Mutprobe mit einer vorgetäuschten Attacke auf den Besitzer gehört zum Programm.

"Der ist jetzt durchgefallen", kommentiert Vereinssprecher Grube, als ein Tier beim Anblick eines knüppelschwingenden vermeintlichen Angreifers flieht. Neben Fitness und Mut spielt allerdings auch die Optik eine Rolle. Aussehen, Größe und Geometrie des Hundekörpers müssen stimmen. Die Abstammung ebenfalls. Die reicht bei allen teilnehmenden Tieren bis ins Jahr 1895 zurück. Seinerzeit meldete der Dresdner Rittmeister Max von Stephanitz seinen Hund Horand von Grafrath als Stammvater der Rasse an. Das war der Beginn eines Siegeszugs. Heute gibt es weltweit mehr als 750 000 reinrassige Deutsche Schäferhunde, etwa ein Drittel davon in Deutschland.

Dass sich der Deutsche Schäferhund internationaler Beliebtheit erfreut, belegt auch die Veranstaltung in Braunschweig. Aus 49 Ländern auf allen Kontinenten sind die Teilnehmer angereist. Sie geben sich bestens gelaunt, auch wenn ihre Vierbeiner die am Sonntagnachmittag beginnende Endrunde der besten 60 nicht erreicht hatten. "Sie war nah dran", erzählt Ivan Cortes Mazo aus Kuba stolz. Seine in Franken gezüchtete Hündin Guarda von Batu habe die Endrunde zwar knapp verfehlt. Sie bleibe aber noch ein paar Wochen zum Training in Deutschland.

Für die am Sonntagabend gekürten Sieger, Pakros d'Ulmental aus dem bayerischen Reichertshofen bei den Rüden und Gina von Aquamarin aus Paderborn bei den Hündinnen, gibt es lediglich eine Urkunde, aber viel Reputation. Siegerprämien werden nicht gezahlt. Stattdessen wird der Überschuss aus den Einnahmen der Weltmeisterschaft an ein Aidshilfe-Projekt in Südafrika und eine hessische Behindertengruppe gespendet. Den Unterlegenen bleibt die Hoffnung auf das nächste Weltchampionat. Es findet im kommenden Jahr in Aachen statt.
Quelle:

Abendblatt