LückeMagdeburg - Eine 35-jährige Frau ist am Donnerstag in Magdeburg von ihrem eigenen Hund gebissen und schwer verletzt worden. Eine zufällig vorbeifahrende Polizeistreife griff sofort ein, setzte Pfefferspray ein und gab einen Schuss auf den Hund ab. Die Frau wurde wegen ihrer schweren Verletzungen ins künstliche Koma versetzt. Das verletzte Tier konnte erst nach einer Stunde eingefangen werden.
Ein Stafford-Mischling hat gestern gegen 8. 45 Uhr in einem Vorgarten in einer Magdeburger Reihenhaussiedlung seine Besitzerin angefallen und schwer verletzt. Polizisten, die zu fällig mit ihrem Streifenwagen vorbeifuhren, sahen die Frau am Boden liegen. Der Hund über ihr biss immer wieder auf das Opfer ein.
Die Beamten des Verkehrsdienstes warfen zunächst eine Jacke auf den Kopf des Tieres, um es orientierungslos zu machen. Dieser Versuch schlug aber fehl, so dass sie gezielt Pfefferspray in die Augen des Hundes sprühten. Dieser ließ auch kurzzeitig von der Schwerverletzten ab, ging aber erneut in Angriffshaltung. Ein 47-jähriger Polizeihauptmeister gab in diesem Moment einen Schuss in den Bereich der linken Schulter des Staffords ab. Der Hund zog sich daraufhin auf die Türschwelle des Reihenhauses zurück und blieb dort sitzen. Die Frau konnte zu dem inzwischen alarmierten Rettungswagen gebracht werden. Dort musste sie der Notarzt in ein künstliches Koma versetzen. Die Bisswunden an Armen, Beinen und Bauch waren schwerwiegend.
Die Polizisten konnten nach Angaben von Polizeisprecherin Anja Trojahn keinen weiteren Fangschuss auf das Tier abgeben, da Unbeteiligte in dem Wohngebiet oder auf der Straße hätten verletzt werden können. Als sich allerdings Mitarbeiter des Tierrettungsdienstes dem Hund näherten, flüchtete dieser quer durch die Reihenhaussiedlung. Erst nach weiteren 45 Minuten konnte der Stafford in einem Gebüsch gefangen und in die Tierklinik gebracht werden. Dort stellte sich heraus, dass der Schuss nicht lebensbedrohlich war. Nach der ärztlichen Versorgung wurde der Hund ins Tierheim gebracht.
Die Brenneckestraße, in der sich der Vorfall ereignete, war für das Einfangen des Hundes etwa eine halbe Stunde gesperrt worden.
Nach Angaben von Nachbarn soll der Hund schon einmal andere Hunde in der Siedlung angegriffen haben. Das Ordnungsamt konnte dies aber nicht bestätigen. Anzeigen gegen die Hundehalterin lagen bisher nicht vor. Auch ist das Tier steuerlich angemeldet.