BONN. Die Bestürzung über einen Vorfall auf dem Spielplatz im Hofgarten war einer 33-jährigen Bonnerin gestern im Amtsgericht noch deutlich anzusehen. In Tränen aufgelöst, schilderte die Mutter von vier Kindern, wie ihr Hund im Juni einen zweijährigen Jungen anfiel und in Mund und Nase biss. Glücklicherweise sind die Verletzungen des Jungen ohne weitere Folgen verheilt, und die Bonnerin kam wegen fahrlässiger Körperverletzung mit 150 Euro Geldstrafe davon.
Die 33-Jährige wartete damals mit zweien ihrer vier Kinder auf ihren Ehemann, der in der Stadt einkaufte. Ihren noch jungen Hund hatte die Frau ausgerechnet an das Schild ?Hunde verboten? angeleint. Mit dem Mischling habe es vorher nie Probleme gegeben, sagte die 33-Jährige. Ihren eigenen Kindern habe der Hund nie etwas getan.
Als der Zweijährige jedoch hinter Tauben auf dem Spielplatz herjagte und an dem Hund vorbeilief, fiel der ohne Vorwarnung über den kleinen Jungen her. Nicht nur die Bonnerin, sondern auch die Eltern des Jungen waren völlig geschockt. Der blutende Junge wurde umgehend in ein Krankenhaus gebracht, wo seine Wunden getackert werden mussten.
Für die 33-Jährige ist die Geschichte noch nicht ausgestanden, denn sie hatte ihre Hundehaftpflichtversicherung nicht rechtzeitig bezahlt. Daher will die Versicherung nicht für die Arztkosten und ein mögliches Schmerzensgeld für den Jungen aufkommen. Ob dessen Eltern dies zivilrechtlich einklagen, ist noch unklar. Ihr Sohn jedenfalls macht seit dem Vorfall um Hunde einen Riesenbogen.