Jener Rottweiler, der am Montag ein Ehepaar in Ollersdorf (Bezirk Güssing) angegriffen und schwerst verletzt hatte, wurde eingeschläfert. Das Ehepaar wurde in der Nacht operiert. Es sei ein Kampf auf Leben und Tod gewesen, hieß es.
Schwere Verletzungen
Die beiden Bissopfer, ein 59-jähriger Mann und seine 58-jährige Frau, mussten noch in der Nacht im Krankenhaus Oberwart operiert werden.
Der Mann hatte durch die Attacke des neunjährigen Rottweilers schwere Bissverletzungen an Armen und Beinen erlitten. Nach Auskunft des Krankenhauses habe ihm der Hund einen Teil des Armknochens rausgebissen, sagte der Sohn des Verletzten Wolfgang Franaschek.
Auch die Ehefrau wurde schwerer verletzt als ursprünglich angenommen, ihr soll der Hund einen Teil des linken Oberschenkels weggebissen haben.
Kampf auf Leben und Tod
Es war offenbar ein Kampf auf Leben und Tod, beide Opfer dürften einen erheblichen Blutverlust erlitten haben, worauf die Spuren am Tag danach im Hof und Garten hinweisen.
Der 59-jährige Musikschul-Direktor wollte am Montag gerade Gartengeräte verstauen, als er vom Rottweiler plötzlich aus dem Hinterhalt angefallen wurde, erzählte Wolfgang Franaschek:
"Der Vater hat dann gekämpft mit dem Hund, hat ihn dann auch eine Zeit lang festhalten können bei der Kette - aber dadurch, dass er schon schwere Bisswunden an einer Hand hatte, ist es nicht möglich gewesen. Und er hat dann versucht, in den Hof hereinzukommen und das Tor zuzumachen.
Mittlerweile ist ihm dann - durch seine Hilfeschreie - meine Mutter zur Hilfe gekommen und dann ist der Hund auch meine Mutter angefallen und hat sie auch an beiden Händen und am linken Oberschenkel schwerst verletzt."
Hund entkam aus Zwinger
Der Rottweiler war aus einem provisorisch errichteten Zwinger in unmittelbarer Nachbarschaft entkommen. Er konnte erst durch den Hundebesitzer gebändigt werden.
Nur unter Einsatz all seiner Köperkraft gelang es diesem, das Tier unter Kontrolle zu bringen - allerdings zu spät. Der Rottweiler hatte bereits mehrfach zugebissen.
Schreie alarmierten Nachbarn
Ein Nachbar, dessen Kinder ihn auf Schreie aufmerksam gemacht hatte, eilte dem Paar zu Hilfe. Er habe es selbst mit der Angst zu tun bekommen, als er begriff, dass es sich um Schmerzensschreie handelte, sagte der Mann. Die Nachbarn alarmierten sofort Polizei und Rettung.
Rottweiler wurde eingeschläfert
Der Rottweiler wurde auf Anordnung der Behörden eingeschläfert. Das Ergebnis der Tollwutuntersuchung soll in ein bis zwei Tagen vorliegen. Dem Hundebesitzer droht nun eine Anzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung.