Kreis Kleve. Die Polizei warnt Haus- und Wohnungsinhaber immer wieder zur erhöhten Wachsamkeit – nicht ohne Grund. Wohnungseinbrüche liegen im Trend der Dunkelmänner. Neben Alarmanlagen und Sicherheitsschlössern gelten – laut Tipps der Kriminalpolizei – Hunde als bester Schutz vor Einbrechern.

Hunde, die bellen ... können eben doch beißen, wenn sie wollen. Und sie sind wachsam. Das wissen auch potentielle Straftäter.

Klaus Kainz vom Institut für Strafrecht an der Universität Graz befragte in einer Studie Häftlinge, welche Schutzmaßnahmen am effektivsten wären. Mehr als 50 Prozent der Befragten gaben an, sie würden nie in ein Haus oder eine Wohnung eindringen, in der ein Hund lebt.
Ort ist entscheidend

Hier raten Hausbesitzer mit Hunden allerdings zur Differenzierung. „Es kommt darauf an, wo man wohnt”, weiß auch Kirsten Ballasus aus Goch-Pfalzdorf, die dort ein Eckhäuschen mit Garten ihr Eigen nennt. „Mein kleiner Huskymix Akito schlägt sofort Alarm, wenn jemand sich am Gartentor oder an der Haustür zu schaffen macht.” Dann eilen auch die großen, reinrassigen Huskies herbei und schrecken Menschen mit bösen Absichten schon allein durch ihr wolfsähnliches Aussehen ab. „Bellen tun die aber nicht”, verrät die Huskyfachfrau.

Aber den Job macht Akito ja gut genug. Und ruft so im Zweifelsfall wachsame Nachbarn auf den Plan. Denn in einem Wohngebiet wie dort in Pfalzdorf kommt es nicht auf die Größe des Hundes an. Krach schlagen reicht. Und das schon bevor Einbrecher im Haus stehen. Denn eine Alarmanlage heult in den meisten Fällen erst los, wenn schon eingebrochen wurde, die Tür geknackt oder das Fenster zerschlagen ist. Ein wütender Hund hingegen lässt den Täter gar nicht erst herein. Schließlich weiß der Einbrecher ja nicht, ob ein „Pony” hinter der Tür Alarm bellt, oder ein Schoßhund, was längst nicht immer an der Stimme zu erkennen ist. So wie bei Paulchen, einem winzigen aber lautstarken Jack-Russel-Terrier. Er ist – trotz seines Hosentaschenformats – die beste Alarmanlage seiner Familie.

Allerdings sollte man als Bewohner eines einsamen Gehöfts schon Wert auf einen stattlichen Wachhund legen - oder auf mehrere. So warnt ein Hinweisschild am einsamen Lookerhof in Keppeln u.a. mit den Konterfeis mehrerer stattlicher Wachhunde. :„ Achtung – wir jagen im Rudel.” Denn hier rufen die Beller keine Nachbarn auf den Plan, weil die zu weit weg wohnen. „Da lohnt es sich schon, wenn man Besitzer eines großen, schwarzen, zottigen Ungetüms ist und nicht nur Yorkshireterrier übers Gelände streifen”, bestätigte auch Traute Bies, die sich von den Vierbeinern bestens beschützt fühlt.
Auch bei Stromausfall

Vierpfotige Alarmanlagen funktionieren auch bei Stromausfall – noch ein Vorteil. Dafür sind sie nicht einfach austauschbar und fordern viel Zeit von ihren Besitzern. Auch und vor allen Dingen die Wachsamkeit ihres Menschen. Denn gerade die Wachsamkeit des Vierbeiners soll tunlichst nicht aus dem Ruder laufen. Soll heißen: Muss kontrollierbar bleiben.
Quelle

Tiere: Alarmschläger auf vier Pfoten - Goch - DerWesten