Teltow (bei Berlin) –
Acht lange Jahre war Labrador-Mischling „Scotti“ der treueste Freund von Bärbel (58) und Henry S. (59) aus Teltow in Brandenburg.
Ein lieber Hund, der schon Angst bekam, wenn eine Biene um seine Nase summte.
Doch Brandenburger Elite-Polizisten hielten den Hund für eine Gefahr – und erschossen ihn bei einem Einsatz!
Eigentlich war „Scotti“ immer bei seinen Herrchen. Doch am 24. Oktober 2010 mussten sie den Familienhund für fünf Stunden in die Obhut eines Verwandten (76) geben.
Was dann geschah, ist für die beiden heute noch unbegreiflich: In der Wohnung hatte der Enkel (24) des Verwandten ein Kilo Marihuana versteckt!
Das wusste das Sondereinsatzkommando der Polizei aus Potsdam, stürmte um 15 Uhr die Wohnung.
Die Beamten warfen Blendgranaten, rannten durch die Terrassentür. Dort lag „Scotti“ im Weg, er schlief, machte keine Anstalten, die Polizisten anzugreifen. „Hund weg!“, schrien sie.
Henry S.: „Mein Verwandter nahm Scotti noch am Halsband, konnte ihn aber nicht mehr in Sicherheit bringen.“
Mindestens drei Schüsse fielen, „Scotti“ wurde schwer verletzt. Ein Beamter erlöst das Tier mit einem Gnadenschuss.
Das Ehepaar stellte Strafanzeige gegen die Polizei. Henry S.: „Wir wollen Gerechtigkeit, die sollen eingestehen, dass sie Fehler gemacht haben.“
Abgelehnt! Die Staatsanwaltschaft Potsdam kam zu dem Ergebnis: „Der die ersten Schüsse abgebende Beamte handelte damit zur Abwendung einer gegenwärtigen, nicht anders abwendbaren Gefahr für Leben und Leib anderer Menschen, um sich und die weiteren Beamten vor Angriffen des Tieres zu schützen. Er handelte deshalb nicht rechtswidrig.“
Henry S. Anwalt Alf Zedler: „Wir haben Beschwerde beim Brandenburger Generalstaatsanwalt eingelegt.“