Hallo
"Zipfelhut" hat gestern sehr treffend in eienm Pferde Thread
auf die aus dem Boden schießenden neuen Methoden in der
Hundeausbildung hingewiesen und ich faule Socke
habe mir gedacht, bevor Du Dir etwas halb gehangenes abringst,
stellst Du einen passenden alten Text ein. Einige kennen ihn schon,
die mögen einfach umblättern, andere erkennen vielleicht einiges wieder.
Die Rundreise.
Jedes Jahr machen mein Freund Uwe und ich eine Rundreise zu den neuen Hunde-Schulen und ?Trainern, um neue Erkentnisse zu bekommen, aktuelle Trainingsmoden nicht Methoden kennen zu lernen und, ähem, beklagenswerterweise um ordentlich abzulästern. So auch in
diesem Januar .
Im Ruhrgebiet müssen ungefähr auf jeden Hund zwei Ausbilder kommen.
Da droht eine neue Armut.
Unser erster Versuch führte uns zu einer jungen Dame mit zwei überaus dünnen und nervösen belgischen Schäferhunden, die sabbernd unter dem Küchentisch lagen, an dem ein dickliches Kind Kekse aß.
Auf meine Frage nach Obedience Training für meinen Hund, sagte die Frau das nicht zu kennen, schlug mir aber alternativ Dog Dancing vor.
Mein Hinweis auf meine geliebte Frau die mich in all den Jahren nicht zum Tanzen gekriegt habe und mir sicher verübeln würde wenn ich jetzt mit dem Hund die kesse Sohle schwänge, verpuffte ungehört,
denn die beiden Belgier prügelten sich gerade lautstark um ein vom Sohne verlorenes Plätzchen.
Zum nächsten Kandidaten, der war nun so jung, dass mein Freund unter Verweis auf die Zigarette, fragte ob denn seine Eltern wüssten, dass er raucht.
Nun das war ein schlechter Anfang.
Da Jüngelchen kein Trainingsgelände hatte, gingen wir spazieren.
Wir drei Menschen, mein Dog, Uwes Bouvier, SchH3, brillant erzogen, und die Ridgeback Hündin des Nachwuchsdompteurs.
Der sagte eine Viertelstunde gar nicht so falsche Sachen, dann war seine Hündin weg.
Einfach weg.
Kerlchen wurde aufgeregt.
Wir setzten unsere Hunde auf die Fährte an.
Kein Problem, schell hatten wir die Ausreißerin gefunden.
Sie hatte ein Huhn gerissen und verspeiste das genüsslich.
Wir verabschiedeten uns während Bübchen einem tobenden Bauern 20 Euro aushändigte.
Der nächste Ausbilder war wirklich beeindruckend. Dunkler Anzug, Krawatte, gewählte Aussprache. Alles an ihm wirkte vornehm und distinguiert. Ein schöner Mensch.
Fast so groß wie ich, schlank und das Sonnenstudio hatte ihm eine bronzene Färbung verliehen. Ich wurde mir meiner abgewetzten Lederjacke, des fünf Tage Bartes und der bulligen Figur des ehemaligen Halbschwergewichtes unangenehm bewusst.
Auch kein Trainingsplatz, also wieder spazieren.
Und jetzt ging es richtig los. Mit einer Terminologie, dass mir die Haare in den Ohren vibrierten, beschrieb er Triebe, Instinkte und Verhaltensweisen unserer Hunde die ich höchstens außerirdischen Lebensformen zugetraut hätte.
Etwas relativiert wurde der gute Eindruck durch den konstant an der Leine geführten Akita Inu. Unsere wie wir gelernt hatten, gestörten Hunde liefen aber frei.
Dann kam uns eine Schäferhündin entgegen.
?oh je die ist heiß.? meinte unser Adonis.
Wir riefen unsere Hunde bei Fuß und ließen die Schäferdame passieren.
Dazu hatte der Akita aber keine Lust, er gebärdete sich wie durchgedreht, riss seinen Chef um, mitten in die Januarmocke und schleifte ihn mindestens vier Meter hinter sich her.
Nachdem wir uns nach dem Befinden des wortgewandten Ausbilders erkundigt hatten, verabschiedeten wir uns.
Auf dem Heimweg sah Uwe mich an und sagte:? Der Anzug war schön, oder??
Ich antwortete:? Ja, aber uns würde er wohl nicht stehen.?



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voll klasse
Grüsse von Beatrice mit Laika, Flynn, Kwintho, Dragan & Angel