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  1. #1
    schnute
    Gast

    Standard Körpersprache

    Hallo!

    Hier nun der versprochene Beitrag zum Thema KÖRPERSPRACHE...

    Wie wichtig die körpersprachliche Kommunikation unter Hunden ist, wissen ja die meisten Menschen. Das dies aber auch zwischen Mensch & Hund funktionieren kann, erkennen nur wenige. Deshalb möchte ich hier gern einige Beispiele anführen.

    Wenn der Hund etwas macht, was uns Menschen nicht gefällt, verfallen wir schnell in eine Art "ritualisiertes Trauma". Wir rufen, was in vielen Fällen vom Hund ignoriert wird. Wir gestikulieren wild und menschentypisch, was der Hund nicht verstehen kann. In vielen Fällen kann eine eindeutige und unmissverständliche Körperhaltung dem Hund viel mehr sagen als all unsere Worte, die für ihn ja nichts anderes sind als "sinnloses Geblubber".

    Das IGNORIEREN lasse ich bewußt aus, weil ich davon ausgehe, daß wir alle wissen, was gemeint ist.

    Hund ignoriert unser Kommando KOMM und geht lieber mit einem Artgenossen spielen:
    Nicht rufen, nicht entfernen oder verstecken (sofern das alles schon erfolglos versucht wurde). Sich dem Hund schnell nähern (nicht laufen), sich zwischen die Hunde schieben - frontal zum eigenen Hund - den Oberkörper leicht nach vorn beugen, sich breit machen und ihm jede Chance zur Kontaktaufnahme (zum anderen Hund natürlich) durch dazwischendrängen nehmen. Tiefe Knurrlaute können die Körpersprache durchaus hilfreich unterstützen.

    Hund ist aufdringlich gegenüber anderen Hunden:
    Wortlos dazwischengehen, mit geradem Oberkörper, so als würde man einfach nur seines Weges gehen. Evtl. den Drängler bedrängen. Nach einigen Versuchen lassen die meisten Hunde ihre "Opfer" in Ruhe.

    Zwei Hunde toben ausgelassen aber sehr wild auf einem Weg und es besteht die Gefahr, daß Menschen (wir) umgerannt werden:
    Genau auf die Hunde achten, aber nicht direkt ansehen/beobachten. Kurz bevor sie uns erreichen, schnell umdrehen, Oberkörper stark nach von beugen, Arme weit ausstrecken, Handflächen nach außen und deutlich so etwas wie PAH!, NA!, PUH!, DU! o.ä. rufen.

    Hund hat Angst vor Menschen:
    Hund nicht zur Kontaktaufnahme zwingen, sich klein machen und vom Hund abwenden. Eine Hand seitlich locker auf den Boden legen, Handfläche nach außen. Abwarten, bis der Hund von sich aus den Kontakt sucht und evtl. mit Leckerchen bestätigen.

    So, das fiel mir auf die Schnelle ein. Wichtig wäre noch, daß man sicherlich nicht JEDEN Hund durch seine Körpersprache "bedrohen" sollte. Wenn man es mit einem wirklich aggressiven und hemmungslosen Hund zu tun hat... besser: umdrehen, klein beigeben und sich fix verkrümeln.

    Viele Grüße
    Manu

  2. #2
    Langfusselbeschäftiger Avatar von Dana
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    Standard

    Wenn man den Hund zu sich ruft, sollte man auch gerade stehen. Beugt man sich beim Rufen nach vorn, gibt man dem Hund 2 verschiedene Signale. Einmal durch das Rufen - Komm oder Hier, und durch das nach vorn beugen - Hau ab! Meist lässt der hund dann einen Abstand und legt sich mit dem Hintern zum Rufenden hin, weil er nicht weis, was jetzt gemeint ist.

    Das ist mir mal auf die schnelle eingefallen. :roll:
    LG Dana

    Dein erster Hund wird nie das werden was Du erwartest. Aber alle anderen nach ihm, werden nie wieder das für Dich sein, was Dein erster Hund war.

    Lache nie über einen Hund, der einen Schritt zurück geht. Er könnte Anlauf nehmen.

    Als Gott erfuhr, das Hundesport nur für die Besten ist, hat er fußball erfunden!

  3. #3
    Schnucki
    Gast

    Standard

    Na Schnute ist mir auf die schnelle beim Lesen eingefallen!

    Zwei Hunde toben ausgelassen aber sehr wild auf einem Weg und es besteht die Gefahr, daß Menschen (wir) umgerannt werden:
    Genau auf die Hunde achten, aber nicht direkt ansehen/beobachten. Kurz bevor sie uns erreichen, schnell umdrehen, Oberkörper stark nach von beugen, Arme weit ausstrecken, Handflächen nach außen und deutlich so etwas wie PAH!, NA!, PUH!, DU! o.ä. rufen.

    Hast Du das schon mal versucht? Bei meinen Wilden hättest Du höchstens einen im Kreuz sitzen,weil er meint man spielt jetzt mit!

    Hund ignoriert unser Kommando KOMM und geht lieber mit einem Artgenossen spielen:
    Nicht rufen, nicht entfernen oder verstecken (sofern das alles schon erfolglos versucht wurde). Sich dem Hund schnell nähern (nicht laufen), sich zwischen die Hunde schieben - frontal zum eigenen Hund - den Oberkörper leicht nach vorn beugen, sich breit machen und ihm jede Chance zur Kontaktaufnahme (zum anderen Hund natürlich) durch dazwischendrängen nehmen. Tiefe Knurrlaute können die Körpersprache durchaus hilfreich unterstützen
    frontal zum eigenen Hund und den anderen habe ich im Nacken ? Tiefe Knurrlaute verstehen das die Hunde richtig? Meiner vielleicht wenn ich es mit ihm geübt habe, versteht das der andere, oder meint er er müsse sich wehren ???

    Oberkörper leicht nach vorn beugen,kann man nur mit einen gefertigten Hund machen, andere empfinden ein vorbeugen, als Bedrohnung vom Herrn!

    Hund hat Angst vor Menschen:
    Hund nicht zur Kontaktaufnahme zwingen, sich klein machen und vom Hund abwenden. Eine Hand seitlich locker auf den Boden legen, Handfläche nach außen. Abwarten, bis der Hund von sich aus den Kontakt sucht und evtl. mit Leckerchen bestätigen.

    Bei Hunden die Angst vor Menschen haben, wende ich mich persönlich nicht ab, da ich nicht weis wie sie reagieren, haste einen Angstbeisser ,was dann? Ich bleibe locker entspannt stehen, strecke ihm die Hand hin evtl mit einem besonderen Leckerli aus Entfernung sehe ihn nicht an und warte ob er sich langsam vorarbeitet!

  4. #4
    schnute
    Gast

    Standard

    Zwei Hunde toben ausgelassen aber sehr wild auf einem Weg und es besteht die Gefahr, daß Menschen (wir) umgerannt werden:
    Genau auf die Hunde achten, aber nicht direkt ansehen/beobachten. Kurz bevor sie uns erreichen, schnell umdrehen, Oberkörper stark nach von beugen, Arme weit ausstrecken, Handflächen nach außen und deutlich so etwas wie PAH!, NA!, PUH!, DU! o.ä. rufen.

    Hast Du das schon mal versucht? Bei meinen Wilden hättest Du höchstens einen im Kreuz sitzen,weil er meint man spielt jetzt mit!

    Ja, hab ich und bisher hat es immer geklappt. Mag an meiner Entschlossenheit und der Art und Weise gelegen haben, wie ich es umsetze. Mit einer Spielaufforderung KANN es nicht verwechselt werden. So vertreibe ich auch erfolgreich Hunde, die uns bzw. meine Hündin fixieren und zum "Angriff" bereit sind.

    Hund ignoriert unser Kommando KOMM und geht lieber mit einem Artgenossen spielen:
    Nicht rufen, nicht entfernen oder verstecken (sofern das alles schon erfolglos versucht wurde). Sich dem Hund schnell nähern (nicht laufen), sich zwischen die Hunde schieben - frontal zum eigenen Hund - den Oberkörper leicht nach vorn beugen, sich breit machen und ihm jede Chance zur Kontaktaufnahme (zum anderen Hund natürlich) durch dazwischendrängen nehmen. Tiefe Knurrlaute können die Körpersprache durchaus hilfreich unterstützen
    frontal zum eigenen Hund und den anderen habe ich im Nacken ? Tiefe Knurrlaute verstehen das die Hunde richtig? Meiner vielleicht wenn ich es mit ihm geübt habe, versteht das der andere, oder meint er er müsse sich wehren ???
    Hatte noch nie einen fremden Hund im Nacken. Anknurren habe ich auch nicht geübt, das funktionierte "einfach so" von Anfang an

    Oberkörper leicht nach vorn beugen,kann man nur mit einen gefertigten Hund machen, andere empfinden ein vorbeugen, als Bedrohnung vom Herrn!
    Habe ja auch extra dazu geschrieben.

    Hund hat Angst vor Menschen:
    Hund nicht zur Kontaktaufnahme zwingen, sich klein machen und vom Hund abwenden. Eine Hand seitlich locker auf den Boden legen, Handfläche nach außen. Abwarten, bis der Hund von sich aus den Kontakt sucht und evtl. mit Leckerchen bestätigen.

    Bei Hunden die Angst vor Menschen haben, wende ich mich persönlich nicht ab, da ich nicht weis wie sie reagieren, haste einen Angstbeisser ,was dann? Ich bleibe locker entspannt stehen, strecke ihm die Hand hin evtl mit einem besonderen Leckerli aus Entfernung sehe ihn nicht an und warte ob er sich langsam vorarbeitet!
    Das hätte ich wohl etwas ausführlicher schreiben sollen. Ich meinte Hunde, die keinen Kontakt zum Menschen aufnehmen wollen - nicht Angstbeißer! Abwenden = den Kopf wegdrehen und Augenkontakt vermeiden, möglichst dabei über die Lippen lecken. Sorry, es war schon spät und ich wollte mich kurz fassen.

    Tschüss,
    schnute

  5. #5
    Langfusselbeschäftiger Avatar von Dana
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    Standard

    So, dann wollen wie das thema mal wieder aufleben lassen.

    Hunde-Körpersprache und was sie uns sagt:

    Rute

    (relativ) hochgetragen: freudig, aufmerksam
    (relativ) abwärts: gelassen, sicher
    zwischen Hinterläufen eingeklemmt: unsicher, unterwürfig
    hochgetragen wedelnd, kreisend: erregt, erwartungsvoll
    hochgetragen, schräg, steif: imponierend, angespannt
    ansteigend, zuckend oder steif gerade: angriffsbereit

    Lefzen:

    geschlossen, Zähne nicht sichtbar: gelassen, sicher
    nach hinten gezogen: unsicher, warnend
    vorn stark hochgezogen, Zähne sichtbar: defensiv drohend
    insgesamt hochgezogen, Gebiss sichtbar: offensiv drohend
    ?grinsend" zurückgezogen: demütig, unterwürfig, heiter
    ?offen" nach hinten hochgezogen: spielauffordernd

    Körperhaltung insgesamt:

    frei, locker: sicher, ausgeglichen
    gedrückt, abtauchend: unsicher, scheu, ängstlich
    scharrend, grösser werdend: imponierend, offensiv
    Fang über Genick: offensiv aggressiv-dominant, kampfbereit
    von hinten aufreitend: sexuell dominierend
    kauernd sprungbereit: angriffs-, auch rauf- und fangspielbereit
    wechselnde Haltungen: unsicher drohend, abwartend
    legt sich auf den Rücken, zeigt Weichteile: aktiv unterwürfig
    macht sich klein: passiv unterwürfig, ängstlich
    aufdringlich Kontakt suchend: unterwürfig spielauffordernd
    pfötelnd, vorn abtauchend, offen: aktive Spielaufforderung

    Ohrenstellung:

    locker, stehend oder hängend, offen: sicher, entspannt
    nach vorn, offen: aufmerksam, erwartungsvoll
    nach hinten gerichtet, eng anliegend: offensiv drohend
    nach hinten und unten, abstehend: unterwürfig, mürrisch
    nach hinten und unten, eng anliegend: passiv unterwürfig
    rotierend, offen: aktiv auffordernd, höchst aufmerksam
    wechselnd einzelne Stellung: wechselnder Gemütszustand

    Blick:

    ruhig, stabil: sicher, entspannt
    flackernd, scheinbar ohne Ziel: unsicher, vorsichtig
    ruhig, absichtlich abgewandt: Gelassenheit demonstrierend
    Gegenüber starr fixierend: dominantes Drohen, herausfordernd
    Blickkontakt vermeidend: präventiv passive Unterwerfung
    unsteter Blick auf Gegenüber: aktive Unterwerfung, ängstlich
    ins ?Leere" schauend: Langeweile vortäuschend, aber aufmerksam
    offene Pupillen, heiterer Blick: aktive Spielaufforderung

    Nackenhaare:

    normal anliegend: gelassen
    gesträubt: imponierend, drohend, angriffsbereit

    Kopfhaltung:

    angehoben: sicher, aufmerksam
    gesenkt, aber Blick nach oben: präventiv vorsichtig, unsicher
    ganz hoch und waagerecht: imponierend, selbstsicher
    leicht nach vorn, gestreckt: offensives Drohen
    deutlich weggedreht vom Gegenüber: passive Unterwerfung
    seitlich nach unten abgetaucht: aktive Unterwerfung
    ganz tief, aber offen: Spielaufforderung

    Hals:

    gestreckt nach oben: sicher, imponierend
    zur Seite nach unten: unterwürfig

    Läufe:

    Hinterläufe leicht angewinkelt: locker, standhaft
    Hinterläufe leicht eingeknickt: unsicher, abwartend
    Vorderläufe gestreckt und aufrecht: imponierend, neugierig
    Vorderläufe abtauchend: unterwürfig
    Vorderläufe schnell auf den Boden: aktive Spielaufforderung

    Nasenrücken:

    glatt: entspannt
    gekräuselt: drohend

    Gebiss:

    nicht zu sehen: entspannt
    vorn gebleckt: defensives Drohen
    Gebiss sichtbar (Lefzen weit oben): offensives Drohen
    im Backenbereich sichtbar: spielaufforderndes ?Lachen"

    Spezielle Körperkontakte:

    Sucht Schnauzenkontakt: soziales Begrüssungsritual
    anales, genitales Beriechen: Feststellen des Geschlechts
    ?Luftschlecken" mit der Zunge: bettelnde Kontaktsuche
    paralleles Aneinanderstellen: gleichrangiges Imponieren
    Reiben mit dem Hinterteil: sexuelle Stimulanz, Aufforderung
    Kontaktliegen: Ruhe, soziales Wärmeempfinden
    Pfotenstupsen oder -treten: Nachfolge des Milchtritts (bei Welpen), eine Aufforderung
    Schnauzenstupsen: das gleiche, Nachfolge des Zitzenaufbereitens zur Milchabgabe (bei Welpen)
    Der ganze Körper ist ge- und bedrückt, die Augen demütig: Enttäuschung und Trauer, oder der Hund ist organisch krank
    LG Dana

    Dein erster Hund wird nie das werden was Du erwartest. Aber alle anderen nach ihm, werden nie wieder das für Dich sein, was Dein erster Hund war.

    Lache nie über einen Hund, der einen Schritt zurück geht. Er könnte Anlauf nehmen.

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  6. #6
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    Standard

    Hunde-Lautsprache und was sie uns sagt:

    Bellen:

    scharf, hochfrequent: aggressiv drohend, warnend
    deutlich, niederfrequent: wachsam, warnend
    kurzatmig, japsend, hochfrequent: Spielaufforderung
    "wuffend", niederfrequent: Aufmerksamkeit erregend
    Knurren:
    anhaltend, niederfrequent: eindeutig drohend, warnend
    kurzatmig, niederfrequent: warnend, aufmerksam
    kurzatmig, hochfrequent: fordernd
    variierend, hoch- bis niederfrequent: aufmunternd

    Schreien:

    grell, hochfrequent: präventiver Selbstschutz bei Angst
    grell, mittel- bis hochfrequent: Angst im Ernstkampf
    gedehnt, mittelfrequent: bei starken Schmerzen
    Jaulen:
    anhaltend, mittelfrequent: bei Seelenschmerz (Alleinsein)
    kurz unterbrechend, mittel- bis hochfrequent: bei Hörschmerz

    Gähnen:

    gedehnt, überdeutlich: Verlegenheit, Unsicherheit
    zögerlich, mühevoll: echte Müdigkeit
    Heulen:
    anhaltend, mittel- bis hochfrequent: Sozialverständigung

    Grienen:

    halbherziges Gähn-Knurren, mittelfrequent: sexuelle Lust
    Winseln:
    kurzatmig, mittelfrequent: bei Schmerz oder Angst (meist bei Welpen)
    Geifern:
    schnappend, hyperventilierend, schäumend: höchste Aggressivität unter grossem Stress, oder grossem Schmerz
    LG Dana

    Dein erster Hund wird nie das werden was Du erwartest. Aber alle anderen nach ihm, werden nie wieder das für Dich sein, was Dein erster Hund war.

    Lache nie über einen Hund, der einen Schritt zurück geht. Er könnte Anlauf nehmen.

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