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Thema: Kastration

  1. #1
    Langfusselbeschäftiger Avatar von Dana
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    Standard Kastration

    Hallo Foris,

    wer eine Hündin hat, kennt sich bestimmt damit aus.

    Wann ist es am besten eine Hündin kastrieren zu lassen? Dazu gibt es ja viele verschiedene Meinungen.

    Zum Beispiel:

    - Sie muss vor der 1. Läufigkeit kastriert werden
    - sie sollte mindestens einen Wurf gehabt haben
    - sie sollte mindestens 2 Läufigkeiten mitmachen
    - ist egal wann

    Pro und Kontra:

    - wenn sie nicht kastriert wird, bekommt sie Krebs
    - wenn sie kastriert wird, bekommt sie auch Krebs
    - wenn sie kastriert ist, werden sie undicht
    - sie bekommen Haarausfall
    - der Charakter ändert sich
    - sie werden dick

    Das war bestimmt noch nicht alles, aber mehr fällt mir gerade nicht ein. :grübl: Was habt ihr für Erfahrungen damit gemacht?
    LG Dana

    Dein erster Hund wird nie das werden was Du erwartest. Aber alle anderen nach ihm, werden nie wieder das für Dich sein, was Dein erster Hund war.

    Lache nie über einen Hund, der einen Schritt zurück geht. Er könnte Anlauf nehmen.

    Als Gott erfuhr, das Hundesport nur für die Besten ist, hat er fußball erfunden!

  2. #2
    Blade
    Gast

    Standard

    die hündin meiner schwester wurde vor ca. 2 jahren kastriert, ihre läufigkeit war immer extrem schlimm, ihr lief es tatsächlich alles so rauss. nachdem klar war das die hündin nicht gedeckt werden sollte, hat sie sich entschlossen die hündin kastrieren zu lassen.
    sie ist nicht dicker geworden, sie hat sich charakterlich nicht geändert, sie ist nicht inkontinent. was allerdings ist das sie ein pulver ins fressen bekommt weil ihr fell nicht mehr soooo schön ist, irgendwas mit der algproduktion.
    während der op stellte sich rauss das die hündin einen tennisball großen tumor an der gebärmutter hatte, es war also die beste entscheidung, denn wer weiß wie sich der tumor entwickelt hätte. vorher wußte keiner was davon. vielleicht daher die starken blutungen? sie würde es immer wieder so machen!

  3. #3
    schnute
    Gast

    Standard

    Hi! Moin Moin! Hallo!

    Die Meinungen bzgl. Kastration gehen ja sehr weit auseinander. Soweit ich weiß, gibt es bislang nur eine einzige (deutsche) Studie darüber - Gabriele Niepel, "Die Bielefelder Kastrationsstudie". Leider kenne ich diese Veröffentlichung nicht, deshalb hier nur meine persönlich Meinung:

    - Sie muss vor der 1. Läufigkeit kastriert werden
    Auf gar keinen Fall.
    - sie sollte mindestens einen Wurf gehabt haben
    Ist Unfug.
    - sie sollte mindestens 2 Läufigkeiten mitmachen
    Mindestens eine Läufigkeit.
    - ist egal wann
    Im Prinzip JA, aber keine Frühkastration.

    Pro und Kontra:
    - wenn sie nicht kastriert wird, bekommt sie Krebs
    Möglich.
    - wenn sie kastriert wird, bekommt sie auch Krebs
    Ebenfalls möglich, auszuschließen ist nur Gebährmutterkrebs (da nicht mehr vorhanden). Die Wahrscheinlichkeit von Mammatumoren soll angeblich herabgesetzt sein.
    - wenn sie kastriert ist, werden sie undicht
    Bei großen Hunden ist die Wahrscheinlichkeit höher, als bei kleineren Hunden. Inkontinenz kann im Alter bei allen Hunden auftreten.
    - sie bekommen Haarausfall
    Habe ich noch nie gehört.
    - der Charakter ändert sich
    Möglich. Es wurde eine gesteigerte Aggressivität bei Hündinnen festgestellt. Die Quelle habe ich z.Zt. nicht parat. Müsste mich in meine Unterlagen vertiefen.
    - sie werden dick
    Möglich. Einfach die Futtermenge reduzieren, damit die Bikinifigur erhalten bleibt. Unkastrierte Damen können auch übergewichtig sein.

    Viele Grüße
    Manu

  4. #4
    Langfusselbeschäftiger Avatar von Dana
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    Na das ist ja schon mal was.

    - der Charakter ändert sich
    Möglich. Es wurde eine gesteigerte Aggressivität bei Hündinnen festgestellt
    .

    Wie macht sich das bemerkbar? Verhalten die sich nur Hunden gegenüber aggressiver oder auch gegenüber den Besitzern? Die Mädels sollen doch so anhänglich sein. :grübl:

    Das die Hunde nach der Kastration dick werden, liegt ja meist am Halter. Zu viel Futter und zu wenig Bewegung.
    LG Dana

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  5. #5
    Langfusselbeschäftiger Avatar von Dana
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    Hab mal gegoogelt und das hier gefunden:

    Und nun noch einige Ergebnisse aus der Studie von Frau Dr. Gabriele Niepel:

    Die Studie wurde mit etwa 1.000 Hunden vieler verschiedener Rassen, jeden Alters und beiderlei Geschlechts durchgeführt. Befragt wurden die entsprechenden Halter. Die Studie beschäftigte sich mit der Frage welche gesundheitlichen und verhaltensbedingten Folgen die Kastration beim Hund hervorrufen können und versucht das Pro und Contra der Kastration heraus zu arbeiten.

    Die Kastration bei den Hündinnen hatte bei

    Körperliche Veränderungen
    49% Fellveränderungen
    44% Gewichtszunahme
    40 % vermehrter Hunger
    28 % Harntröpfeln

    Verhaltensveränderungen
    51 % größere Ausgeglichenheit
    22 % aktiveres Verhalten
    15 % lethargisches Verhalten
    12 % geringere Aggressivität gegen andere Hündinnen
    9 % erhöhte Aggressivität gegen andere Hündinnen
    11 % erhöhte Aggressivität gegen andere Hunde allgemein
    zur Folge.

    Die Kastration bei den Rüden hatte bei

    Körperliche Veränderungen
    47 % Gewichtszunahme
    46 % vermehrter Hunger:
    45 % Verschwinden von Vorhautentzündungen
    32 % Fellveränderungen
    9 % Harnträufeln

    Verhaltensveränderungen
    63 % größere Ausgeglichenheit
    34 % verbesserter Gehorsam
    34 % verminderte Aggressivität gegen andere Rüden
    19 % Besteigungsversuche durch andere Rüden
    13 % lethargisches Verhalten
    7 % Unsicherheit im Umgang mit anderen Hunden
    7 % verminderte Aggressivität gegenüber der Familie
    2 % verminderte Aggressivität gegenüber Fremden
    zur Folge.

    Wohl gemerkt, die Form der Erhebung der Studie hat so ihre Macken, denn den befragten Hundehaltern kann nicht immer und ausnahmslos Objektivität unterstellt werden.

    Weiterhin zeigte die Studie, dass bei Rüden die Veränderungen in ihrem Aggressionsverhalten eine deutliche Abhängigkeit zum Alter der Tiere haben. Rüden die sehr früh kastriert wurden, also schon im Alter von unter 6 Monaten aber auch zwischen 6 und 12 Monaten, zeigen mit größerer Wahrscheinlichkeit ein erhöhtes Aggressionsverhalten bzw. zeigen eine geringere Ausgeglichenheit gegenüber anderen Hunden (egal ob Rüde oder Hündin).

    Hieraus lässt sich ableiten, dass anscheinend eine zu frühe Kastration bei Rüden (also vor Vollendung des 1. Lebensjahres), nicht zu empfehlen ist.

    Eine Erkenntnis die mir beim Lesen der Studie wieder deutlich geworden ist bleibt sicher. Mit der Kastration kann sexuell bedingte Aggression beeinflusst werden.

    Aggressivität die durch Revier,- Ressourcen, Beutefang oder tatsächliche Verhaltensstörungen entsteht, wird durch eine Kastration keinesfalls weniger oder verschwindet gar.
    LG Dana

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  6. #6
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    Standard

    Die größere Ausgeglichenheit, die bei 51% der kastrierten Hündinnen festgestellt wurde hat ihren Grund in der Tatsache, dass die hormonell bedingten Zyklusschwankungen wegfallen. Diese zyklischen Veränderungen und die damit verbundenen Stimmungsschwankungen sind auch den Frauen nicht unbekannt. Allein diese Tatsache sollte allerdings nicht den Ausschlag geben sich für eine Kastration zu entscheiden.
    Bei frühkastrierten Hündinnen muss man außerdem mit einer Steigerung des Angstverhaltens rechnen. Diese kann sich in gesteigerter Trennungsangst oder verstärktem Fluchtverhalten äußern.
    Hündinnen die während oder kurz nach der Läufigkeit kastriert werden zeigen häufiger Verhaltensveränderungen wie Aggression oder Depression.

    Bei Hündinnen kastriert größeres Risiko
    (2 x) zu Übergewicht
    (8 x) größeres Risiko zu Herztumoren
    Akute, fatale Pancreatitis
    (8 x) zu Harninkontinenz
    größeres Risiko zu Hämangiom (Blutschwamm)
    Schilddrüsenkrebs
    Schilddrüsenüberfunktion
    Nieren/Blasengeschwüre
    chronische Hornhautentzündung
    Schwund von Muskelmasse und Bindegewebe
    während der Operation zu sterben

    Bei Hündinnen unkastriert größeres Risiko

    (6 x) von Analfisteln perianal fistula
    größeres Risiko zu
    Brustkrebs (im Vergleich zu Frühkastrationen)
    Scheidenentzündung und Scheidentumoren
    Gebärmutterentzündung
    LG Dana

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  7. #7
    schnute
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    Standard

    Boah... da hast du dir aber Mühe gemacht. Vielen lieben Dank!

    Mit der Objektivität der Besitzer ist das natürlich so eine Sache. Aber immerhin hat sich mal jemand die Mühe gemacht überhaupt eine Erhebung in Angriff zu nehmen.

    Hihi... Objektivität:

    Frage an einen Hundehalter: Zeigt Ihr Hund manchmal aggressives Verhalten?
    Besitzer (entrüstet): Nein, natürlich nicht. Er knurrt nur, wenn ich an seinem Napf vorbeigehe, hat mich aber nur 1x gebissen.

    Hat man da noch Worte???

    Viele Grüße
    Manu

  8. #8
    Erfahrener Benutzer Avatar von Morgane
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    Hallo zusammen,

    bei der Bundeswehr wurden in der Regel alle Hündinnen kastriert (Ovariohysterektomie, also Eierstöcke + Gebärmutter raus). Dies war zum einen wegen evtl Arbeitsausfall der läufigen Hündinnen und zur Krankheitsvorsorge. Die Hündinnen haben sich nicht im Verhalten verändert, genausowenig sind sie dick geworden. Andere hier beschriebene Symptome sind auch nicht aufgetreten. Wir hatten mal eine Hündin, bei der mussten wir beide Milchleisten wegen Tumoren entfernen. Diese Erkrankung lag aber wohl eher in der Vorgeschichte der Hündin. Einige der Diensthunde kamen nämlich von Züchtern (Gebärmaschinen) wo sie wohl weniger gute Pflegebedingungen erlebt hatten.

    Ich als Privatmann (-frau) weiß nicht ob ich (m)eine Hündin (wenn ich eine hätte) kastrieren lassen würde. Ich denke das käme darauf an. Ich habe Bekannte die haben eine ca. 5jährige Naufundländer-Hündin und diese hat nach der Läufigkeit immer mit einer Scheinträchtigkeit zu kämpfen. Der TA hat auch schon die Ovariohysterektomie angeraten. Möchte der Besitzer aber nicht.
    In einem solchem Fall würde ich die Kastration durchführen lassen.

    Desweiteren würde ich wenn schon wirklich eine Totale machen lassen und nicht nur die Eierstöcke entfernen lassen (manche TA's raten dazu), da gerade die Hündinnen, egal welche Rasse, zu einer Gebärmuttervereiterung neigen. Wenn man dann Pech hat, müsste die Hündin 2x operiert werden.
    Dann lieber einmal und gut ist.

    Tumore können sich immer entwickeln, egal ob das Tier kastriert, sterilisiert ist oder eben nicht.

    Ich denke das Pro + Contra muss jeder selbst abwägen.

    Im Zweifelsfalle muss man sich vor einem solchen Schritt richtig informieren, vielleicht auch bei mehreren TA's.

    Gruß Morgane
    Ganz einfach Visitenkarten, Mini-Shirts, Kappen oder T-Shirts online gestalten und bei Perfekter-Druck bestellen. Tassen und Mousepads sind auch erhältlich, neue Artikel kommen im März!!!

  9. #9
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    Standard

    Thema nochmal hoch hol

    Wir haben hier eine Berner Hündin....heute morgen habe ich erfahren das Sie jetzt schon kastriert wurde.....Alter ca. 6-7 Monate.....war noch nicht läufig

    Muß das denn sein ????? Schon vor der ersten läufigkeit ???? Mich würde interessieren welchen Gefahren bestehen wenn man eine Hündin schon vor der ersten Läufigkeit kastrieren lässt
    In meinen Augen wurde es aus Faulheit gemacht

    Gut zu spät ist es jetzt .....aber interessiert mich trotzdem

  10. #10
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    Standard

    Also das kann doch nicht angehn

    Hab eben die nächste Hündin gesehen....auch zwischen 6 und 7 Monate alt....auch gerade kastriert worden

    Anscheinend ist es hier bei uns die neuste Mode oder wie ?!?!?!

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