"Artgerecht! - dieses Wort ist wahrscheinlich die größte Mogelpackung in der Beziehung zwischen Mensch und Hund überhaupt. Denn keiner von uns, bemüht er sich auch noch so sehr, kann einen Hund artgerecht halten. Was hieße das Denn?
Der Hund ist ein Rudeltier. Eine Einzelhaltung würde sich also von vorherein verbieten. Wir hätten demnach mehrere Hunde, die selbstverständlich unkastriert sind und sich ihren Sexualpartner frei wählen können. Oder habt ihr schon mal was von artgerechter kastration gehört? Unsere Haustür steht Tag und Nacht offen, und die Hunde können kommen und gehen wann sie wollen. Inklusive des freien Rechtes darauf, nicht wiederzukommen, wenn wir sie nicht so behandeln, dass sie Lust darauf hätten. Sie streifen artgerecht im Rudel durch die Gegend und organisieren sich Nahrung. Sei es auf Mülldeponien oder auch durch jagen und erlegen von Beute. Da würde sich das Wild in den angrenzenden Wäldern oder auch das Meerschweinchen, das im Freigehege in Nachbars Garten befindet , anbieten.
Nach dieser Beschreibung wird schnell klar, das wir weit davon entfernt sind Hunde artgerecht zu halten. Kein Lebewesen auf der Welt ist derartig fremdbestimmt wie der Hund. Er darf spazieren gehen, wenn wir mitkommen, aber nur in die vorgegebene Richtung.
Er bekommt zu fressen, wenn wir es hinstellen - und meistens nicht das, was der Hund sich wünschen würde. Ein Hund würde sich nie für krümeliges, trockenes Zeug entscheiden, wenn er frisches Fleisch haben könnte. Abgesehen davon, würde er kaum jeden Tag das selbe fressen wollen.
Artgenossen darf er nur treffen, wenn wir es erlauben. Und wenn wir es nicht erlauben, zerren wir an der Leine ungeduldig weiter. Seine Sexualität wird verleugnet oder durch unsere Zuchbestimmungen reglementiert.
Auch die von der Natur angelegten Instinkte werden von uns abtrainiert. Dabei wird auch nicht vor Strafe über Schmerzeinwirkung oder Einsatz von Schreckreizen zurückgeschreckt.
Und da sprechen wir Menschen von Artgerechter Haltung?



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