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  1. #1
    Langfusselbeschäftiger Avatar von Dana
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    Standard Wieviel Freiheit braucht der Hund?

    Träumen TH-Hunde von der großen Freiheit?
    Lebt ein Streuner wirklich in Freiheit?
    Kennt ein Hund, der in menschlicher Obhut aufgewachsen ist, Freiheit im eigentlichen Sinn?
    Was ist Freiheit überhaupt?
    Und .. wieviel Freiheit gesteht ihr eurem Hund zu?
    LG Dana

    Dein erster Hund wird nie das werden was Du erwartest. Aber alle anderen nach ihm, werden nie wieder das für Dich sein, was Dein erster Hund war.

    Lache nie über einen Hund, der einen Schritt zurück geht. Er könnte Anlauf nehmen.

    Als Gott erfuhr, das Hundesport nur für die Besten ist, hat er fußball erfunden!

  2. #2
    Moderator Avatar von Arachne
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    Ich weiss nicht ob TH-Hunde von Freiheit träumen, ich weiss nicht einmal inwieweit Hunde überhaupt träumen.

    Freiheit als solches ist ein sehr großer Begriff. Freiheit bedeutet man kann uneingeschränkt ohne auf irgendwas Rücksicht zu nehmen, Entscheidungen treffen.

    Wer kann das schon?

    In unserer Gesellschaft sicherlich niemand. In anderen Staaten sieht es teilweise noch viel schlimmer aus.

    Ein Steuner lebt "natürlich" aber ob man hier von Freiheit sprechen kann? Natürlich ... im Sinne von auf eigenen Beinen stehen und das Leben selbst in die Pfote zu nehmen.

    Ich gestehe meinem Hund soviel "Freiheit" zu, dass er weder sich, andere Menschen oder mich beeinträchtigt oder gefährdet.

    Übrigens ein tolles Thema, ich hab lange überlegt was und wie ich schreibe. Ich könnte eine Menge dazu sagen, ich bekomme es nur nicht in schriftliche Worte. Ein seeehr komplexes Thema.

    Ich glaube Freiheit ist etwas von dem wir denken das wir es wollen. Aber bedeutet Freiheit letztendlich nicht auch Anarchie?
    LG Arachne-Kerstin













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  3. #3
    Langfusselbeschäftiger Avatar von Dana
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    Also das sie träumen, ist für mich klar. Bellen, wuffen, strampeln, knurren ... sind für mich eindeutige Zeichen. Hunde die sehr gestresst sind, träumen sehr selten bis gar nicht.

    Ein Streuner hat eine gewisse Freiheit. Er geht wohin er will, allerdings hat er das Problem sich ständig um die Nahrungsbesschaffung zu kümmern. Nu kommt ein Mensch, fängt ihn ein und steckt ihn ins TH. Nach menschlichem Ermessen gehts ihm ja dort besser - bekommt regelmäßig Futter, es wird sich gekümmert. Trotzdem versucht der Streuner auszubrechen, kratzt sich die Pfoten wund, versucht sich am Pfleger vorbei zu quetschen, beisst in die Zwingerstäbe. Immerhin kannte er seinen Freiraum.

    Ein Hund der sein zu Hause verliert und ins TH kommt, zeigt genau die gleichen Verhaltensweisen wie der Streuner, obwohl er die Freiheit des Steuners nie kennen gelernt hat. Also was bedeutet für diesen Hund Freiheit? Was vermisst dieser Hund?
    LG Dana

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  4. #4
    Moderator Avatar von Arachne
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    Das Hunde träumen ist klar, dieses träumen meinte ich nicht. Ich meinte träumen im Form von Wunschträume haben.

    Was vermisst dieser Hund? Ich denke er vermisst sein Leben. Das Leben welches es bisher geführt hat, das was er kennt. Dabei ist es, glaube ich, egal ob es bisher ein gutes Leben war oder nicht.
    LG Arachne-Kerstin













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  5. #5
    Langfusselbeschäftiger Avatar von Dana
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    Dann nehmen wir doch mal den Streuner, der im TH sitzt ... vermisst er nur sein altes Leben, seine Freiheit die er mal hatte und träumt er im TH davon? Könnte man diese Träume nicht mit Wunschträumen gleich setzen?

    Hunde können doch nur das vermissen was sie kennen. Ein Haushund würde doch sicher nicht vom Leben eines Streuners träumen. Und umgekehrt genauso wenig.
    LG Dana

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  6. #6
    Erfahrener Benutzer Avatar von wolfsgrau
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    Ich denke auch nicht, daß ein Haushund von einem Streunerleben träumt, weil er es ja nicht kennt. Ich denke, es kommt auch darauf an, was das Tier für Erfahrungen gemacht hat, ob Haushund oder Streuner, schließlich ist es recht schwer für viele Streuner, "normale" Haushunde zu werden und andersrum denke ich auch. Für einen Haushund würde es wohl noch schwieriger, die Vorzüge der menschlichen Nähe ganz zu verdrängen und "wild" und auf sich allein gestellt zu sein. Obwohl es vll vorstellbar ist, wenn er auf ein Rudel trifft, welches ihn aufnimmt, oder wenigstens einen "wilden" Artgenossen trifft. Aber ich denke nicht, daß unsere Haushunde von der großen Freiheit träumt......weil ich denke, daß sie im Jetzt und Hier leben. Aber träumen tun sie - auch mein Hund, ich finde es sehr amüsant, wenn die Beine zucken oder er schnauft oder knurrt.........vll eine Hetzjagd??? Wer weiß das schon........
    Behandle deinen Hund nicht wie einen Menschen,
    sonst behandelt er dich wie ein Hund.

    Der Hund ist das Symbol der Treue, aber wir halten ihn an der Leine.

    Madam Tussaud

  7. #7
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    Das TH-Hunde von der großen Freiheit träumen, das glaube ich nicht. Aber ein Hund, aus einem guten Umfeld kommend, wird sicher das Gekannte vermissen und von Verganenem träumen. Das kann bei einem Streuner das Leben ohne Gitterstäbe sein. Ein misshandelter Hund wird aber sicher nicht von der großen Freiheit träumen, sondern glücklich sein, dass die Misshandlungen ein Ende haben. Er wird aber auch nicht das "Wunschdenken" von einer liebevollen Familie oder ein Leben in Freiheit haben -- denn das kennt er nicht und was ich nicht kenne vermisse ich nicht. Das gilt denke ich auch für Tiere.
    Ansonsten lebe ich nach dem Standpunkt: Ein gut erzogener Hund ist ein freier Hund! Wenn ich mir sicher sein kann, dass mein Hund nicht auf die Straße läuft und nicht einfach auf andere Menschen und Tiere losrennt, gehorsam auf Zuruf kommt und sich jederzeit abrufen lässt, dann kann er ohne Leine laufen. Er kann schüffeln wie es ihm beliebt, kann vorlaufen oder zurückbleiben - muss sich nicht der Gangart des Besitzers anpassen. DAS ist für mich die Freiheit unserer Haus- und Familienhunde.

  8. #8
    Erfahrener Benutzer Avatar von Danilo
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    Hier mal ein Auszug aus der Kolumne von Thomas Baumann diese Überlegungen habe ich in die Ausbildung meiner Kampfratte von vornherein eingebunden und ich muss sagen, es ist logisch, sinnvoll und funktioniert. Kurz: Jeh mehr ich mich auf meinen Hund verlassen kann um so mehr Freiheiten bekommt er von mir eingeräumt. Er scheint damit glücklich und zufrieden zu sein. Meine ich, was der Hund denkt und unter Freiheit versteht mag ich nicht beurteilen.

    Freiheit oder Chaos - Teil 1

    Gefahren einer liberalen Hundeerziehung

    Freiheit oder Chaos? Ein Bild, das zahlreiche Interpretationen zulässt! Und gleichzeitig bleiben viele Fragen offen.

    Wer koordiniert? Wer kontrolliert? Wie viel Stress und wie viel Glück empfindet der einzelne Hund? Was empfinden beobachtende Spaziergänger? Wie fühlen sich freilebende Tiere? „Macht alles nichts. Hauptsache die Hunde können frei und ungezwungen toben“. Eine Denkweise mit diskussionswürdigem Charakter.


    Wenn es um meinen Hund geht, bestimme ich selbst, wie viel und welche Art von Freiheit ich ihm zuteil werden lasse. Da kann mir auch niemand reinreden“.

    Die Freiheit der Selbstbestimmung, gemeinsame Aktivitäten mit dem Hund nach eigenem Belieben zu gestalten, steht in der Tat jedem Hundebesitzer zu. Grundsätzlich! Doch wie bekanntermaßen Grundsätze von Ausnahmen umgeben sein können, muss auch die Grenzwertigkeit von Freiheits-Bedürfnissen im Einzelfall geprüft werden. Dabei gilt selbstverständlich: die Freiheit des Einen endet an der Stelle, an der die Freiheit des Anderen beginnt. Und genau an dieser Stelle kommt es Tag für Tag zu Kollisionen zwischen Hundebesitzern und Spaziergängern, zwischen Hundebesitzern und Jägern, zwischen Hundebesitzern und Nachbarn und – besonders häufig – zwischen Hundebesitzern und Hundebesitzern.

    Freiheitliche Dimensionen näher betrachtet

    Sozialwissenschaftliche, ethische und selbstverständlich auch philosophische Definitionen zum Begriff Freiheit vermitteln allesamt das selbstbestimmende Handeln eines Individuums, welches frei von Zwängen oder einschränkenden Bestimmungen gestaltet wird.Das hört sich doch sehr gut an und trifft sicher die Bedürfnisse der allermeisten Hundebesitzer im Zusammenleben mit dem Vierbeiner.Zwänge und einschränkende Bestimmungen so weit wie möglich weglassen um sich selbst und dem Hund ein Optimum an Freiheit gewähren zu können. Der scheinbare Schlüssel für ein glückliches Zusammensein.





    Welpen sollten in ihrer Entwicklung sozialkompetent und umweltsicher werden. Zu viel des Guten kann aber zur sozialen Abkehr gegenüber dem Hundebesitzer führen.

    Der Grundstein für ein glückliches Hundeleben wird zweifelsfrei im Welpenalter gesetzt. In diesem Zusammenhang spielt der Begriff FREIHEIT bei sehr vielen Hundebesitzern eine besonders große Rolle. Hierzu wird auch mit auf den ersten Blick plausiblen Erklärungen argumentiert. Eines der Hauptargumente: Sozialisierung und Umweltgewöhnung müssen optimiert beziehungsweise fundamentiert werden. Daher gilt für viele Welpenbesitzer der Grundsatz: ein künftig alltagstauglicher Sozialpartner Hund sollte bereits als Welpe möglichst viel Kontakt zu fremden Menschen und anderen Hunden haben sowie möglichst viele Umwelteinflüsse kennen lernen. Dazu bedarf es selbstverständlich eines ausreichend großen Freiraumes.Und genau an dieser Stelle entstehen Irrtümer mit im Einzelfall fatalen Auswirkungen.Wenn in diesem Zusammenhang der Freiraum eines Welpen nicht geschickt durch den Zweibeiner manipuliert wird, entwickeln sich sehr schnell Ausreißer-Typen, die nicht selten binnen weniger Monate in die Kategorie „Schwierige Hunde“ fallen.

    Ich provoziere in diesem Zusammenhang gerne, wenn ich behaupte, dass seit einigen Jahren die Welpen-Aufzucht bei sehr vielen Hundehaltern in Deutschland in eine kritische und in jedem Fall diskussionswürdige Schieflage geraten ist. Dies insbesondere in Bezug auf das „moderne“ Verständnis für Freiheit und Freizügigkeit.

    Verfehlter Frühstart mit späten Folgen
    Wer sich mit der Ursachenanalyse bei sogenannten Problemhunden beschäftigt, trifft vergleichsweise häufig auf zwei ganz wesentliche Problemfelder. Beide Problemfelder spielen sich in der „frühkindlichen“ Entwicklung und somit in der Welpenzeit ab.

    1.Falsch verstandene Freizügigkeit verbunden mit zu extremen Freiräumen.

    2.Der nach AUSSEN gerichteten Freiheit wird eine wesentlich höhere Priorität zugestanden als der Freiheit nach INNEN. Zum besseren Verständnis: mit der Freiheit nach AUSSEN sind alle Aktivitäten gemeint, die den Hund von dessen unmittelbarem Umfeld (insbesondere von seinem betreuenden Sozialpartner Mensch) entfernen. Die nach INNEN gerichtete Freiheit hingegen bezieht sich auf alle Aktivitäten, die sich ganz besonders auf das unmittelbare Umfeld und somit auch auf den Hundebesitzer beziehen. Dazu aber später noch mehr.

    Zunächst einige Erläuterungen zum ersten Punkt, der falsch verstandenen Freizügigkeit.
    Die negativen Folgen der Zuteilung von erheblichen Freiräumen sind selten sofort, meistens jedoch mit Eintritt in das pubertäre Alter zunehmend erkennbar. Denn sehr viele Welpen, die im Genuss des ihnen im besonderen Maße zugestandenen Freiraumes heranwachsen, erfahren mit dem Älterwerden einschränkende Sanktionen, die unausweichlich sind.

    Das soziale Umfeld eines Hundes verändert sich in der Regel innerhalb dessen ersten Lebensjahres am meisten. Während beispielsweise der liebe und knuddelige Labrador-Welpe in den ersten Lebensmonaten bei fast allen Menschen und Hunden ein besonders gern gesehener Gast ist, verändert sich dies mit zunehmendem Erwachsenwerden.

    Nicht nur, dass er – insbesondere von Menschen – immer mehr ignoriert wird (der typische Der-Ist-Doch-Zum-Knuddeln-Charakter geht verloren). Auch Anspringen und körperliche Nähe war in der Welpenzeit wesentlich mehr akzeptiert worden als Monate später.Dann sind da ja noch die anderen Hunde und deren Besitzer. In der Welpenzeit kein Problem, wenn sich beispielsweise kleinere Hunde wie Westi und Co mit dem Labi-Welpen spielerisch vergnügt hatten. Alle zufrieden, alle glücklich! Doch nach wenigen Monaten wiegt unser Jung-Labrador bereits über 20 kg und da beginnt bei den Kleinhund-Besitzern schon ein erstes erhebliches Naserümpfen.

    „Als Ihr Labrador noch klein war, fand ihn mein Hund ja noch nett, aber jetzt ist er doch schon so groß und auch so ungestüm. Mein Kleiner hat nun doch immer mehr Stress und ich möchte nicht mehr, dass Ihr Hund sich so auf ihn stürzt. Ich hoffe, Sie haben Verständnis.“

    Verständnis? Selbstverständlich reagiert der verantwortungsbewusste Labrador-Besitzer von nun an mit entsprechender Rücksicht. Also Leine dran und künftig auf keinen Fall mehr an kleine Hunde ranlassen. Ist ja mittlerweile auch ganz schön ungestüm geworden, der Labrador!

    Vereinfacht und beispielgebend dargestellt ergibt sich demnach für diesen Labrador – und garantiert für viele tausend weitere Hunde auch – ein immer mehr eingeschränktes Entwicklungsmuster, das in der Folge durchaus kritische Verhaltensweisen hervorrufen kann.
    Schauen wir uns hierzu beispielgebend das erste Lebensjahr des scheinbar traumhaft freizügig aufgewachsenen Labrador einmal an:



    Wie viel besser könnte doch die Entwicklung des Labrador-Welpen verlaufen, wenn wir weniger auf die Quantität dessen Freiraumes sondern vielmehr Augenmerk auf die Qualität legen würden. In diesem Fall müsste allerdings das typisch deutsche Hundehaltermodell umgedreht werden:

    Die auf Qualität ausgerichtete Entwicklung des Welpenkann und darf sich nicht an einem möglichst hohen Maß an Freiheit oder Freizügigkeit orientieren. Die nämlich nutzen die meisten Vierbeiner ohnehin zu frühen Ausflügen in die Welt „nach Außen“. Es kommt dabei sehr schnell zu einem Verlust „nach Innen“, denn nicht die so wichtigen sozialen Bindungselemente zum Hundebesitzer sind vordergründig, sondern das schnell bevorzugte äußere Erleben.Ist doch vollkommen klar, dass sich mit der Aussicht auf fast grenzenlose Freiheit als Welpe und Junghund auch ein späterer Anspruch daraus entwickelt.

    Wie viele Welpen laufen denn permanent unangeleint herum und welches Theater kann sich dann abspielen, wenn durch das Erwachsenwerden zunehmend Leinenzwänge erforderlich werden.Beginnt hingegen eine gewisse „Verhaltens-Disziplin“ bereits im Welpenalter, so ist dies zwar stets mit anfänglichen Einschränkungen verbunden, jedoch treten die positiven Resultate eines disziplinierten Lebensstartes mit zunehmendem Alter für alle vorteilhaft auf.Ein disziplinierter Lebensstart ist übrigens mit keinerlei Entwicklungsverlusten in Sachen Sozialisation und Umweltprägung verbunden.
    Extreme Vorstellungen zu tiergerechter Hundehaltung
    Ein aus heutiger Sicht nicht mehr akzeptables Extrem in der Hundehaltung war die vor 30 Jahren gängige Zwinger- oder Kettenhaltung. Der Hund hieß damals auch noch nicht Familienhund sondern Haus- oder Hofhund. So war auch die Aussage „dieser Mensch führte ein Hundeleben“ zweifelsfrei negativ gemeint. Das war jemand, der ein richtig schlechtes Leben hatte.Danken wir deshalb dem Verlauf des grundsätzlich positiven tierschutzrechtlichen Wandels unserer Gesellschaft in den vergangenen Jahrzehnten. Dabei wird man mittlerweile das Gefühl nicht los, dass mit einer Abkehr vom Haus- oder Hofhund zum modernen Familienhund ein erneut kritisches Extrem in die gegenteilige Richtung mündet.So assoziieren viele Hundebesitzer und auch Hundetrainer die Begriffe Zwingerhaltung, Kettenhalsband, Schutzhund-Ausbildung oder Erziehung mit Zwängen wie beispielsweise dem Leinenruck als Tierquälerei. Darunter fällt neuerdings auch immer mehr selbst das Führen eines Hundes per Kopfhalter.

    Populäre Medien und Trainer-Philosophien steuern erheblich dazu bei, dass Hundebesitzer sich zunächst bereitwillig dieser „Strömung“ anpassen. Zu Risiken und Nebenwirkungen „lesen“ Sie bitte das spätere Verhalten Ihres Hundes.Dabei könnte es so einfach sein! Wir Hundehalter haben Gott sei Dank den vor 30 Jahren ethisch und tierschutzrechtlich bedenklichen Haltungs- und Umgangsbedingungen abgeschworen. Nun sollte es aber erlaubt sein, den kritischen „modernen“ Strömungen mit einer gesunden Skepsis zu begegnen und nach einem vernunftorientierten Weg in der Mitte zu suchen.

    Über äußere und innere Freiheiten


    Eine falsch verstandene Freizügigkeit, verbunden mit extremen Freiräumen und einer gewissen Disziplinlosigkeit ist eines der beiden von mir im Vorfeld genannten Problemfelder.Das an zweiter Stelle genannte wesentliche Problemfeld ist die häufige Bevorzugung der nach AUSSEN gerichteten Freiheit gegenüber der nach INNEN gerichteten Freiheit.Die Freiheit nach AUSSEN beinhaltet wichtiges Erkundungsverhalten eines Hundes gegenüber seiner unmittelbaren aber auch etwas entfernteren Umwelt. Das stärkt das Selbstbewusstsein und fördert die Selbständigkeit des heranwachsenden Vierbeiners. Unabdingbar für eine optimierte Sozialisation und sicheres Umweltverhalten.Bei einem Zu-Viel-Des-Guten jedoch führen Selbständigkeit und zunehmendes Erkundungsverhalten häufig zu einem Verlust der Freiheit nach INNEN. Damit schwindet der soziale Einfluss des Hundebesitzers auf seinen Vierbeiner in einem von diesem nie bedachten und erwarteten Umfang.

    Geschickt agierende Hundebesitzer manipulieren das Verhalten eines Hundes so, dass eine gute Balance zwischen der Freiheit nach Außen und der Freiheit nach Innen entsteht.
    Die Freiheit nach INNEN betrifft im Besonderen das unmittelbare soziale Umfeld des Hundes. Dazu zählt in erster Linie der Hundebesitzer beziehungsweise die den Hund umgebenden Familienangehörigen.Wenn Freiheit ein motiviertes Handeln ohne Einschränkungen und Zwänge beinhaltet, dann bedeutet es zweifelsfrei auch Freiheit, wenn der Vierbeiner bevorzugt und somit lieber mit seinem Besitzer kommuniziert anstatt sich zum schwierigen „Weltenbummler“ zu entwickeln.Ein besonderes Problem scheint bei vielen Hundebesitzern allerdings darin zu liegen, den bestimmten „Schalter“ im Hund umlegen zu können, damit der Fokus des Vierbeiners tatsächlich von außen nach innen gerichtet werden kann.

    Viele Hundebesitzer stehen immer wieder scheinbar ratlos vor folgender Schwierigkeit:
    „Zuhause haben wir einen lieben, anhänglichen und verschmusten Hund, der immer unsere Nähe sucht. Gehen wir jedoch drei Schritte vor die Tür, zeigt unser Hund ein völlig anderes Gesicht. Er zieht und zerrt an der Leine, hat die Nase nur noch am Boden, will ständig zu anderen Hunden und wildfremden Leuten. Und ist erst einmal die Leine ab, lässt er sich im Freilauf nicht einmal mehr durch Leckerli zurückrufen. Was haben wir nur falsch gemacht.?“

    In den allermeisten Fällen ist die Antwort einfach und prägnant:Die Freiheit nach AUSSEN wurde permanent und bei jedem Spaziergang gefördert (für eine vermeintlich optimale Entwicklung). Die Freiheit nach INNEN wurde hingegen in vielerlei Hinsicht ungewollt blockiert oder einseitig nur im häuslichen Bereich gefördert.Im Ergebnis ist klar, dass Hunde zuhause die Nähe des Besitzers suchen und außerhalb „getrennte“ Wege bevorzugen. Gelernt ist gelernt!Eine falsche AUSSEN-Förderung in Sachen Freiheit ist täglich tausendfach im Umgang zwischen Welpen und Fremdpersonen zu erkennen.

    Weglaufen kannst Du. Verstecken kannst Du Dich nicht.


    Vertraue der Nase Deines Hundes.

    LG Ralf mit Danilo im Herzen


  9. #9
    Langfusselbeschäftiger Avatar von Dana
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    Jaaaa, dass Welpen extrem viele Freiheiten bekommen, ist schon sehr auffällig. Und dann wundert man sich, wenn Hundi abhaut und draußen nicht hört.
    LG Dana

    Dein erster Hund wird nie das werden was Du erwartest. Aber alle anderen nach ihm, werden nie wieder das für Dich sein, was Dein erster Hund war.

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  10. #10
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    Hallo,

    mein Hund hat recht viel "Freiheiten" ... allerdings auch immer seine "Grenzen". Er darf sich legen wohin er sich mag - solange er sich dabei auf die Plätze legt, die für ihn reserviert sind. Also nix mit Couch oder ähnlichem. ;-)

    Ebenso kann er fressen wann und wieviel er will - solange er das frisst, was er von mir bekommt. Also nix vom Tisch nehmen oder so....

    So hat er also Freiheiten, die keine "echten" Freiheiten sind....

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