Dalmatiner

Rassenamen laut FCI Dalmatinac (Dalmatiner)
Widerristhöhe Rüde 56-61cm, Hündin 54-59cm
Gewicht Rüde 27-32kg, Hündin 24-29kg


Früher zogen diese Hunde kleine Kutschen oder waren Begleiter von Pferdekutschen, bewachten Haus und Hof und wurden auch als Rattenfänger eingesetzt. Man konnte sie auch als Schäferhunde, Apportierhunde, Vogelfänger und in Rudeln als Hirsch- oder Wildschweinjäger ausbilden. Legendär ist ihr Ruf als "FireDogs" bei den amerikanischen Feuerwehren. Sie dienten hier als Wach- und Begleithunde. Heute sind sie hauptsächlich Familienhunde.

Kurzbeschreibung

Der Dalmatiner ist ein gut proportionierter, getupfter, kräftiger, lebhafter Hund

Ohren : sie sind eher hoch angesetzt, von mittlerer Größe und ziemlich breit am Ansatz, anliegend getragen
Haar: kurz, hart, dicht, glatt und glänzend
Farbe: weiß mit schwarzen bzw. braunen fest umrissenen Tupfern


Wesen

Dalmatiner zeigen im Allgemeinen ein äußerst freundliches Wesen. Ihrem Halter gegenüber sind sie sehr anhänglich und beweisen bei der Integration in das Familienleben eine große Anpassungsfähigkeit. Im täglichen Umgang erweisen sie sich als neugierig, ausgeglichen und offen, nur Fremden gegenüber sind sie manchmal etwas zurückhaltend. Sie bestechen durch Ausgeglichenheit und ein kinderfreundliches Wesen, wenngleich sie für Kleinkinder manchmal zu überschwänglich sind. Erziehungsübungen meistern sie fast immer mit Bravour, sie sind intelligente und aufgeweckte Hunde

Aussehen

Typisch für den Dalmatiner sind seine schwarzen oder leberbraunfarbenen Flecken auf rein weißem Untergrund. Die Flecken sollten nicht ineinander laufen, sondern deutlich abgegrenzt und zwischen 2-4 cm groß sein. Sein Fell ist immer kurz, hart, dicht und glänzend. Die Welpen kommen ohne Tupfen zur Welt und es zeigt sich erst mit 10-14 Tagen, wie sie getupft sein werden. Sein ausgeglichener Körper besitzt einen starken Rücken, mit einer gleichmäßigen geraden Rückenlinie. Der Dalmatiner hat muskulöse Schultern, einen langen, aber nicht allzu breiten Brustkorb und einen eleganten Hals. Seine Augen sind rund und sollten bei Exemplaren mit schwarzen Flecken dunkelbraun sein. Leberbraunfarbene sollten bernsteinfarbene Augen besitzen. Blaue Augen sind Zuchtausschliessende Fehler. Seine Hängeohren sind mäßig groß, hoch angesetzt und liegen dicht am Kopf an. Die Rute wird in einem Bogen abwärts getragen, aber niemals eingerollt. Sie ist lang, nach und nach schmaler werdend und reicht bis zu den Sprunggelenken.

Zu beachten ist, dass die vorherrschende Farbe weiß in manchen Fällen mit Taubheit einhergeht. Besonders groß ist die Gefahr bei blauäugigen Dalmatinern. Dieser Genfehler ist übrigens nicht nur bei Hunden vorhanden sondern bei allen genetisch weißen Tieren. Zur Rasseprüfung gehört dementsprechend auch die Untersuchung auf Taubheit. Mit tauben oder einseitig hörenden Hunden darf selbstverständlich nicht gezüchtet werden.



Pflege


Täglich bürsten erleichtert es, die ausfallenden Haare unter Kontrolle zu halten, denn vor allem während des Fellwechsels verliert der Hund ziemlich viele Haare

Bewegung
Der Dalmatiner wurde auf Ausdauer gezüchtet und es ist daher nicht verwunderlich, dass er einiges an Auslauf nötig hat. Er kann sich zwar anpassen, aber man tut dem Hund nichts Gutes, wenn man ihn zum Sofahund erzieht. Ob neben dem Fahrrad laufen, schwimmen, apportieren, spielen oder einfach nur in Feld und Wald drauflos laufen, diesem Hund macht eigentlich alles Spaß. Auch für kleine Kunststückchen oder Hundesportarten ist er zu begeistern

Die Rasse der Dalmatiner

Die Dalmatiner sind eine alte Rasse. Der Dalmatiner trug verschiedene Namen, die alle in irgendeiner Form landschaftsbezogen waren. Daran kann man den Weg der Rasse vermutlich von Indien über Ägypten - Griechenland - Italien - Spanien und Frankreich nach England verfolgen. Nachweislich waren sie schon in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts in Mittel- und Südeuropa bekannt, wie man an Hand von Gemälden aus dieser Zeit nachweisen kann. Ein frühes Bild, um 1650 entstanden, zeigt eine Gruppe von Teilnehmern des Friedenskongresses zu Münster, mit einem Dalmatiner im Vordergrund. Man kann sich auch neben manch anderem italienischen Meistern bei dem Jagdmaler Castiglione (? 1716 in Genua) bedanken, dass er einen Jägerknaben mit zwei schwarzgefleckten Hunden malte, bei denen jeder Kynologe überzeugt ist, dass er in ihnen Vorfahren reinsten Blutes des heutigen Dalmatiners sieht.

Besonderer Beliebtheit erfreute er sich in England, wo sein Bild auch auf Wappenschildern Verwendung fand: auf Helmbusch oder Schild, sitzend, stehend oder als Kopfbild, weiß mit schwarzen Flecken oder schwarz mit weißen Flecken. Man bringt den Dalmatiner in Verbindung mit dem Namen »Talbot«. Die englische Dalmatinerzücheterin Miss Macfie berichtet über drei »Talbot«-Inns in verschiedenen Teile Englands, Gasthäuser, die einen Dalmatiner auf ihrem Schild an der Außenfront zeigen.

In England machte man den Dalmatiner auch erstmalig zum Wagenhund. In unsicheren Zeiten pflegten die Reichen ihren Kutschen livrierte Diener voranzuschicken, die vor den Pferden herliefen, um durch Zurufe Platz zu schaffen und vor etwaiger Gefahr zu warnen. Im Laufe der Zeit wurden die Diener durch Hunde ersetzt, und man wählte Dalmatiner, die sich durch Lauffreudigkeit und Ausdauer auszeichneten, gute Wächter für Pferd und Wagen waren und durch ihr schmuckes Haarkleid den prächtigen Rahmen für die Equipagen abgaben. Zunächst liefen die Dalmatiner den Pferden voraus. Später wurden sie trainiert, zwischen den Hinterrädern zu laufen oder unter dem Wagen gleich hinter den Pferden (siehe obiges Bild).

Da die Dalmatiner häufig im Pferdestall zur Welt kamen und von klein auf mit Pferden vertraut waren, bildeten sich oft Freundschaften zwischen Pferd und Dalmatiner. So hat Herr Thomas Walker in Manchester einen Dalmatiner, der im Stall bei seinen beiden Pferden lebte. Einem von diesen Pferden war der Hunde besonders zugetan und schlief mit ihm in der Box. Eines Tages ritt der Diener, der für die Tiere sorgte, im Auftrag seines Herrn nach dem sieben Meilen entfernten Stockport. Er nahm das Lieblingspferd des Hundes und ließ den Hund mit dem anderen Pferd im Stall zurück, denn er war besorgt, der seinem Herrn sehr wertvolle Hund könne unterwegs verloren gehen. Als nach einer Stunde jemand zufällig den Stall betrat, ergriff der Hund die Gelegenheit zu entweichen und machte sich auf die Suche nach seinem Lieblingspferd. Der Diener hatte inzwischen seinen Auftrag in Stockport erledigt und wollte gerade den Heimweg antreten, als er zu seiner Überraschung den Hund erblickte, der mit hoher Geschwindigkeit vom nahen Hügel in die Stadt gelaufen kam. Der Hund freute sich sehr, als er »sein« Pferd und den Diener gefunden hatte, deren Spur er so lange gefolgt war. Die Freundschaft zwischen Pferd und Hund war aber nicht einseitig: Als eines Tages der Diener mit den Pferden zur Tränke ging, und der Dalmatiner sie wie gewöhnlich begleitete, wurde der Hund von einem großen Mastiff angegriffen und geriet in Bedrängnis. Das Lieblingspferd, das vom Diener am Halfter geführt wurde, riss sich los und lief zurück zu den kämpfenden Hunden. Mit einem Schlag seines Hinterhufs traf es den Mastiff, so dass er genau in den Keller eines gegenüberliegenden Küferhauses flog. Nachdem es so seinen Freund gerettet hatte, kehrte es ruhig mit ihm zur Tränke zurück.

Das Ende der Postkutschenzeit bedeutete auch fast das Ende für die Dalmatiner. Sie waren auf einmal nicht mehr gefragt und die Zucht ging stark zurück. Erst in neuerer Zeit erlebten sie als Haushunde und Wächter wieder einen Aufschwung und einen Höhepunkt der zahlenmäßigen Verbreitung in den siebziger Jahren. Geblieben ist ihre Liebe zu Pferden. So mancher Pferdefreund hält sich heute einen Dalmatiner als treuen Begleiter