Tibet-Terrier



Der Tibet-Terrier ist eine von der FCI (Nr.209, Gr.9, Sek.5) anerkannte Hunderasse aus Tibet. Das Zuchtbuch wird in Großbritannien geführt.


Herkunft und Geschichtliches


Der Tibet-Terrier, in Tibet hieß er Tibet-Apso oder auch Doki-Apso, ist ursprünglich ein Hütehund und nicht, wie der Name es vermuten ließe, ein Terrier. Er stammt ursprünglich aus Tibet, aus Höhen von um die 4500 m. Die rauen Bedingungen trugen zur Entwicklung dieses Hundes mit seinem üppigen, doppelten Haarkleid bei. Die Ursprünge der Rasse sind weitgehend unbekannt, die Darstellungen variieren dabei von heiligen Tempelhunden in tibetischen Klöstern bis zu gewöhnlichen Hofhunden, aber wahrscheinlich waren es eher Klosterhunde und Hofhunde, da ihre kleineren, sozusagen Halbgeschwister, die Lhasa-Apsos als Palasthunde angesehen wurden.

1930 kam er erstmals nach England, wo er 1937 als Rasse anerkannt wurde. Die ersten zwei Tibet-Apsos in Europa galten als Dankbarkeitsgeschenk einer englischen Ärztin, die in Tibet war. Von einem Tibeter bekam sie gleich zwei Hunde geschenkt, da diese Arbeitshunde selten oder nie verkauft sondern nur verschenkt wurden. Die Grundlage für die Rassezüchtungen in Europa bildeten wahrscheinlich genau diese beiden Hunde. Dort wurde als Rassebezeichnung fälschlicherweise statt Tibet-Apso Tibet-Terrier eingetragen, obwohl der Tibet-Terrier nichts vom Charakter eines Terriers hat.


Beschreibung


Der Tibet-Terrier ist ein robuster mittelgroßer Hund mit einer Schulterhöhe von maximal 41 Zentimetern (gelegentlich auch etwas größer) und einem Gewicht von bis zu elf Kilogramm bei den Hündinnen und 15 Kilogramm bei den Rüden. Die Farbe der Tiere ist sehr variabel, die Palette reicht von weiß über gold, grau, creme, rauchfarben bis schwarz. Auch schwarz-weiße und dreifarbige Tiere erfüllen die Rassestandards, einzig schoko- und leberbraune Tiere sind nicht akzeptiert. Die Tiere besitzen ein doppeltes Haarkleid mit üppigem, dichtem Deckhaar, welches lang, glatt oder gewellt ist. Die Unterwolle ist fein und wollig. Das Fell wird sehr lang, sollte aber nicht wie beim Lhasa-Apso oder Malteser bis zum Boden hängen. Auch der Kopf ist von langem Haar bedeckt, welches auch über die Augen fällt. Hier verhindern lange Augenbrauen, dass die Augen bedeckt werden.

Ein wichtiges Kennzeichen sind eine schwarze, ledrige Nase sowie schwarze Augenringe. Die seitlich dicht am Schädel anliegenden Ohren sind hängend und V-förmig. Sie sind in der Regel mit langen Haaren bestückt. Die Rute wird eingerollt über dem Rücken getragen. Als besondere Eigenschaft besitzen die Tiere sehr breite und flache Füße, die ihnen in ihrer Heimat eine optimale Fortbewegung im Schnee ermöglichen. Diese Fußform ist bei keiner anderen Hunderasse zu finden.


Wesen


Heute ist er ein angenehmer Familienhund, manchmal etwas dickköpfig, lässt sich aber trotzdem gut erziehen wobei es aber einiger Konsequenz bedarf. Wenn die Konsequenz fehlt, schlägt schnell sein Hütehunderbe durch, dann fühlt er sich als Chef seiner Familienherde und benimmt sich auch so. Der Tibet-Terrier ist eine gesunde, schier unverwüstliche Rasse mit einer großen Gebrauchshundvergangenheit, die über sehr viele Generationen in einer kargen Umwelt sorgfältig gezüchtet worden ist. Er ist fröhlich, intelligent und lernwillig, anhänglich und kinderlieb, zurückhaltend gegenüber Fremden, aber niemals aggressiv oder streitsüchtig. Zudem erweist er sich als aufmerksamer und zuverlässiger Wachhund.


Haltung

Der anpassungsfähige und anhängliche Tibet-Terrier fühlt sich überall wohl. Enger Familienkontakt ist ihm wichtiger als die jeweiligen Wohnverhältnisse.

Diese Rasse ist auch für Anfänger geeignet, wenn sie sich mit den Ursprüngen der Rasse beschäftigt haben und wissen was diese für die Haltung bedeuten. Im Zweifel sollten Anfänger eine Hundeschule besuchen, denn Tibet-Terrier sind so intelligent, dass sie sich dumm stellen können, wenn sie zu bestimmten Dingen keine Lust haben. Auch hier gilt wieder: Konsequenz heisst das Zauberwort! Bei harter oder gar gewalttätiger Erziehung stellen diese Hunde jegliche Mitarbeit ein. Tibet-Terrier lieben Bewegung zusammen mit den Haltern. Sehr geeignet für die Befriedigung des Bewegungsdranges sind neben dem üblichen Spaziergang verschiedene Bewegungsübungen (Agility).

Das lange Fell sollte wenn möglich täglich gebürstet und zumindest einmal wöchentlich gekämmt werden. Bevor man es verfilzen lässt, ist lieber ein Haarschnitt zu empfehlen.Dabei ist aber zu beachten, dass das Haar nur sehr langsam nachwächst. Ein Tibet-Terrier hat erst im Alter von drei bis vier Jahren sein volles Haarkleid entwickelt.

Gesundheit


Der Tibet-Terrier erreicht im Normalfall ein Lebensalter von 15 bis 17 Jahren und gehört zu den robusteren Hunderassen. Vor allem durch die Züchtungen, die einen optimalen Rassestandard gewährleisten sollen, verlangen die meisten Zuchtvereine von ihren Mitgliedern, dass diese an Kontrollmaßnahmen zu genetisch bedingten Erkrankungen teilnehmen.

Dazu gehören:

die Hüftgelenksdysplasie
die habituelle Luxation der Kniescheibe (Patellaluxation)
der fortschreitende Gewebsschwund (Atrophie) an der Retina (Progressive Retinaatrophie - PRA).
die Verlagerung der Augenlinse (Linsenluxation)
Kongenitales Vestibularsyndrom, eine Erbkrankheit des Innenohrs mit Gleichgewichtsstörungen und unter Umständen Taubheit


Widerristhöhe Rüde 35,6 bis 40,6 cm,
Hündin etwas kleiner
Gewicht Hündin 8-11 kg, Rüde bis 15 kg