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  1. #1
    Langfusselbeschäftiger Avatar von Dana
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    Standard Saarloos Wolfshund

    Saarloos-Wolfhund - Kurzfassung

    Widerristhöhe: 60 - 75 cm
    Gewicht: 36 - 41 kg
    Alter: 10 - 12 Jahre
    Ursprungsland: Niederlande
    Fell: wolfsgrau, wolfsbraun, braun- und graugrundig, wolfsfarben, hellcremefarben bis weiß
    Pflege: unkomplizierte Fellpflege
    heute: Begleithund
    früher: Zuschtverbesserung
    FCI- Gruppe: Hüte- und Treibhunde, 1

    Wesensmerkmale:
    für Kinder nicht geeignet
    fühlt sich im Kalten Klima wohl
    Lebt und schläft gerne im Freien
    guter Wachhund
    eigenwillig, braucht konsequente Erziehung, kein Schutzhund


    Rassengeschichte:
    Der holländische Züchter Leendert Saarloos begann 1921 mit seinen lebenslangen Versuchen, die Gebrauchstüchtigkeit des Deutschen Schäferhunds durch die Einführung von Wolfsblut zu verbessern. Obwohl dieses Ziel nicht erreicht wurde, erhielt die Rasse 1975 ihre Anerkennung.

    Allgemeines:
    Diese ungewöhnliche holländische Rasse ist leichter zu erziehen, für das Leben in der Stadt geeigneter und anhänglicher als der Tschechische Wolfshund. Das ist zum Teil vermutlich auf die längere Auslesezucht zurückzuführen, aber auch darauf, daß der rudelorientierte kanadische Timberwolf und nicht der einzeln jagende Karpatenwolf eingekreuzt wurde. Der Hund zeigt jedoch ein wölfisches Mißtrauen und kann, wie sein tschechisches Gegenstück, scheu sein.

    Beschreibung:

    Für sportliche Menschen ist der Wolfshund ein interessanter Begleiter, der jedoch nicht einfach ist. Schon die Welpen müssen rechtzeitig an Menschen gewöhnt werden. Nicht für ?Anfänger? geeignet, man sollte sich schon mit den wolfsartigen Eigenschaften dieses Hundes auskennen und in der Lage sein, vom Hund als Rudelführer anerkannt zu werden

    LG Dana

    Dein erster Hund wird nie das werden was Du erwartest. Aber alle anderen nach ihm, werden nie wieder das für Dich sein, was Dein erster Hund war.

    Lache nie über einen Hund, der einen Schritt zurück geht. Er könnte Anlauf nehmen.

    Als Gott erfuhr, das Hundesport nur für die Besten ist, hat er fußball erfunden!

  2. #2
    Langfusselbeschäftiger Avatar von Dana
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    Geschichte

    Diese Hunderasse hat ihren Namen von dem Begründer dieser Zucht Leendert Saarloos erhalten. Der Niederländer wollte eine Hunderasse züchten, die keine Degenerationserscheinungen und eine natürliche Resistenz gegen die verschiedensten Krankheiten besaß. Da der Wolf auch heute noch viele dieser von ihm gewünschten Eigenschaften besitzt, wählter er eine Wölfin als Stammelternteil für die von ihm kreirte Rasse, dem Europäischen Wolfshund.

    Viele Zuchtversuche waren nötig, um dieser Neuzüchtung zum Erfolg zu verhelten. Am Anfang dieses langen Weges stand der Deutsche Schäferhundrüde Gerard van Fransenum und die Wölfin Fleur, die Leendert Saarloos vom Tiergarten Blijdorp kaufte.

    Im Laufe einiger Jahre haben diese Stammeltern 28 Welpen hervorgebracht, wovon Leendert Saarloos aber nur 3 Welpen als tauglich für die weitere Zucht auswählte. Auf Anraten des bekannten niederländischen Genforschers Dr. L. Hagedoorn wurden im Laufe der Zucht auch Bruder und Schwester gepaart, die wiederum ihre Vorzüge in Charakter und Gesundheit ihren Nachkommen vererbten.

    Durch seinen vertrauenswürdigen Charakter ist der Europäische Wolfshund ein sehr treuer Haushund. Er zeigt immer die Vorsichtigkeit und das schnelle Reaktionsvermögen des Wolfes, gepaart mit der Anhänglichkeit und Treue unseres ältesten Haustieres, dem Hund. Seine äußere Erscheinung und seine Art zu laufen erinnern sehr an einen Wolf.

    Einige Exemplare dieser Züchtung wurden zu Blindenhunden ausgebildet, andere zeigten die Veranlagung zum Polizeihund, doch die meisten Hunde hatten hierfür nicht den nötigen Angriffstrieb. Dagegen zeigte er sich als Rettungs- oder Spürhund sehr geschickt. Die Niederlänsische Rettungswacht hat sich diese Eigenschaften zunutze gemacht und viele Hunde dieser Rasse zu Katastropenhunden oder zur Rettung Ertrinkender usw. mit Erfolg ausgebildet.

    Nach dem Tod von Herrn Saarloos folgten einige Jahre ungelenkter Zucht, die leider einige Eigenschaften der Hunde verwischten. Nachdem sich die Liebhaber dieser Hunde zusammentaten und alle Hunde registrierten, wurde die Rasse 1975 vom Raad van Beheer op Kynologisch Gebied anerkannt (das niederländische Pendant zum VDH). 1981 (Standard Nr. 311.1 FCI-Gruppe 1) folgte die Anerkennung durch die FCI.

    Im Rahmen dieser offizielen Anerkennung wurde der "Europäische Wolfhund" umbenannt in "Saarloos Wolfhund" - zu Ehren seines Züchters.

    Aber man muß sagen, daß diese Hunde heute nur noch in Ausnahmefällen für ernsthafte Arbeit als Blindenhund oder Rettungshund zu gebrauchen sind. Die Zucht der anerkannten Rasse erfolgte leider in den ersten Jahren nach der Anerkennung in den Niederlanden und auch davor, rein auf das Aussehen, da die Tiere oft nicht den ästhetischen Gesichtspunkten der Besitzer entsprachen
    LG Dana

    Dein erster Hund wird nie das werden was Du erwartest. Aber alle anderen nach ihm, werden nie wieder das für Dich sein, was Dein erster Hund war.

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  3. #3
    Langfusselbeschäftiger Avatar von Dana
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    Verhalten und Charakter

    Ausgehend von der Tatsache, daß Saarloos Wolfhunde Hunde sind und daß man mit ihnen umgehen kann, wie mit "normalen" Hunden, wollen wir hier einige kennzeichnende Eigenschaften näher besprechen, die der Saarloos Wolfhund vom Wolf behalten hat:

    Ein erstes maßgebliches Merkmal von erwachsenen Wolfhunden ist, daß sie weniger Jugendmerkmale im Verhaltensrepertoire besitzen, als andere Hunde. Diese Jugendmerkmale ermöglichen bei den meisten Hunden eine einfache Behandlung, was Gehorsam und Führigkeit betrifft. Wofhunde verhalten sich gegenüber ihrer Besitzerin mehr wie die Rudelmitglieder einem Leittier gegenüber: unterwürfig, aber nicht sosehr gehorsam! Bei vielen Saarloos Wolfhunden findet sich ein großen Maß an Unabhängigkeit gepaart mit großer Anhänglichkeit, sodaß die Erziehung oft etwas mühsam verläuft.

    Ein zweites wichtiges Merkmal, das bei Saarloos Wolfhunden sehr in den Vordergrund rückt, ist die Zurückhaltung gegenüber allem, was dem Tier fremd ist. Für den Wolf in seiner natürlichen Umgebung ist diese Eigenschaft lebenswichtig, beim Haustier allerdings eher lästig.
    Bei Hunden kann durch Angst und Nervosität ( angeboren und / oder durch Haltungsumstände) ebenfalls Zurückhaltung und Scheuheit vorkommen. Beim Saarloos Wolfhund finden Sie eher die Zurückhaltung des Wolfes: große Umsicht bei Annäherung an Unbekanntes, das Bewahren des Fluchtabstandes, das Reagieren auf jedes Geräusch und auf alle Sinneseindrücke. Nervosität kann die Folge sein, kommt aber bei Saarloos Wolfhunden weniger oft vor, als bei scheuen Hunden. Angstbeißer gibt es bei den zurückhaltenden Saarloos Wolfhunden glücklicherweise so gut wie gar nicht.

    Für Wölfe gilt, daß sie vor der 3. Lebenswoche aus dem Bau genommen werden müssen, damit sie ausreichend sozialisiert und auf den Menschen geprägt werden können. Bei Hunden ist dies viel einfacher, und der Zeitraum ist viel weiter gesteckt. Auch bei Saarloos Wolfhunden ist es sehr wichtig, daß die Welpen zwischen der dritten und 15. Lebenswoche sehr gut geprägt und gefördert werden. Der Welpe sollte mit möglichst vielen Menschen Kontakt haben. Dabei ist es sehr wichtig, daß diese Menschen dem Welpen gegenüber positiv auftreten, um dem jungen Tier gute Erfahrungen zu vermitteln.

    Verhalten sich Saarloos Wolfhunde zurückhaltend in ungewohnten Situationen, ist es sehr wichtig, daß die Besitzerin den Hund immer wieder in solche Situationen bring, damit der Hund lernt, daß es keine bedrohlichen Umstände sind. Wichtig ist dabei das Auftreten der Besitzerin: ein ruhiges und entschlossenes Auftreten ist gefordert. Auf keinen Fall sollte der Hund bemitleidet oder gestreichelt werden! Das verstärkt nur das Verhalten des Tieres anstatt es zu dämpfen.

    Eine zweite wichtige Phase, in der das Sozialverhalten des jungen Saarloos Wolfhundes geformt wird, liegt zwsichen dem 3. und 7. Lebensmonat. Beim Saarloos Wolfhund kann in dieser Perionde erneut Scheuheit auftreten.

    Ist der Saarloos Wolfhund als Welpe gut fördert worden und zu einem freundlichen, stabilen Hund herangewachsen, der zurückhaltend ist aber nicht nervös und ängstlich, der zugleich anhänglich und ganz er selbst ist, dann kommen Sie in den Genuß des Saarloos Wolfhundes, wie wir ihn gerne sehen.
    Saarloos Wolfhunde sind - falls gut sozialisiert - stark an ihre Familie gebunden. Dabei ist zu beobachten, daß diese Bindung bei Hündinnen stärker ist als bei Rüden; diese sind im allgemeinen unabhängiger.

    Wann immer Saarloos Wolfhunde in einer Gruppe zusammenkommen (z.B. bei organisierten Spaziergängen), und die vorläufige Rangordnung durch Imponiergehabe festgelegt ist, fällt auf, wie ruhig und freundlich die Tiere miteinander umgehen.



    Saarloos Wolfhunde haben einen großen Freiheitsdrang. Gegen ihren Willen engesperrt, sind sie Meister im Ausbrechen - und auch hier stechen die Hündinnen hervor. Sie klettern gut, graben noch besser und gegen ihr Gebiß hat nur wenig Bestand. Sind sie von klein an gewöhnt, in einem Zwinger oder Zimmer alleine zu bleiben, dann fügen sie sich recht gut in ihr Schicksal. Im Vergleich zu anderen Hunden vereinigt der Saarloos Wolfhund Extreme in sich: so kann der Saarloos Wolfhund im allgemeinen sehr ruhig und bedächtig wirken, in bestimmten Situationen aber äußerst beweglich und agil.

    Saarloos Wolfhunde haben scharfe Sinne und reagieren auf alle Arten von Eindrücken. An vieles, das für andere Hunde nichts besonderes darstellt (Fahrstuhl, viele Menschen, Autofahren etc.), muß der Saarloos Wolfhund bereits als Welpe gewöhnt werden. Viele Saarloos Wolfhundwelpen haben Probleme mit dem Autofahren - erwachsene Saarloos Wolfhunde sind manchmal dabei noch etwas empfindlich.

    Im Rudel gehalten sind viele Saarloos Wolfhunde partnertreu: Hündinnen aktzeptieren nicht jeden Partner und Rüden sind oft an eine bestimmte Hündin gebunden. Saarloos Wolfhund-Weibchen sind meist nur einmal im Jahr heiß, meist im Winter. Diese Läufigkeit bringt meist einige Verhaltensänderungen mit sich: dominanteres, agressiverers auftreten gegenüber anderen Hündinnen, Markieren auf 3 Beinen.
    Auch beim Rüden kann die fruchtbare Periode an eine bestimmte Zeit gebunden sein.

    Wolfhunde lassen sich stark durch ihre Triebe und Instinkte leiten. So ist der Jagdtrieb meist sehr stark ausgeprägt. Sind mehrer Saarloos Wolfhunde zusammen, jagen sie organisiert in der Gruppe. Auffallend ist, daß sie ihre Energie gut einteilen können. Sind Hunde im Spiel (bleibendes Jugendmerkmal) bereit, einen weggeworfenen Stock 40 mal zurückzubringen, wollen Saarloos Wolfhund nach dem dritten Mal etwas neues und interessanteres tun.

    Saarloos Wolfhunde benötigen deutliche Führung durch ihre Besitzerin. Der so zurückhaltend und unterwürfig wirkenden Saarloos Wolfhund kann bei den eigenen Menschen durchaus bereit sein, die Führung zu übernehmen; allerdings ist seine Agression auch dabei sehr gedämpft.
    Saarloos Wolfhunde können zu angepaßten Haugenossen herangezogen werden - allerdings geht das etwas mühsamer vor sich als bei den meisten Hunden.

    Saarloos Wolfhunde fordern von ihrer Besitzerin viel Hundeverstand und Einfühlungsvermögen. Einige Saarloos Wolfhunde können abgerichtet werden, allerdings sollen sie dabei nie den "schlafwandlerischen Gehorsam" an den Tag legen, den viele Hunde zeigen. Es war das Ziel von Herrn Saarloos, einen guten Gebrauchshund zu züchten und das ist ihm auch geglückt. Ein großer Teil der Tiere ist erfolgreich als Blindenführhund eingesetzt worden, ein kleiner Teil auch als Rettungshund.
    In neuerer Zeit wird der Saarloos wieder erneut als Gebrauchshund trainiert. Bei einem 4-Tages-Test 1988, bei dem Hunde auf die Veranlagung zum Such- oder Rettungshund getestet werden, viel auf, daß alle 15 teilnehmenden Saarloos Wolfhunde sichere Anlagen besaßen, ein Teil sogar sehr gute Anlagen, die sie sehr schnell entwickelten. Seine gute Nase, seine Vosicht und sein Geschick beim Bewegen in schwierigem Gelände (Trümmerfeld) sowie seine Unabhängigkeit und Selbständigkeit machen einige Saarloos Wolfhunde für diese Arbeit sehr geeignet
    LG Dana

    Dein erster Hund wird nie das werden was Du erwartest. Aber alle anderen nach ihm, werden nie wieder das für Dich sein, was Dein erster Hund war.

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  4. #4
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    Standard

    Verfasst am: 27/10/2005, 15:08 Titel:

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    Das Leben mit ihm

    Das Fell ist sehr pflegeleicht. Normalerweise reicht es, einmal oder zweimal in der Woche den Hund zu bürsten.

    Mit Futter gibt es normalerweise keine Probleme. Man sollte sich aber bei der Welpenaufzucht mit Fertigfutter vor Beigaben wie Futterkalk mit Vitaminen hüten. Heute ist Fertigfutter wirklich mit allem versehen, was ein Hund braucht!

    Eine Besonderheit ist die Medikamentenempfindlichkeit: Die Narkose darf nur halb so stark sein,wie bei einem gleichgewichtigen "normalen" Hund, sonst besteht die Gefahr, daß er nicht mehr aufwacht! Eine ganz wichtige Tatsache, die allen Welpenkäufern mit auf den Weg gegeben wird.

    Bei der Aufzucht ist Geduld angeraten! Die Tiere wachsen sehr schnell und sie sehen sehr früh erwachsen aus. Das führt dazu, daß man von den Jungtieren oft mehr verlangt, als gut ist. Bis zu einem halben Jahr sollte nur kurze Strecken spazieren gehen, um die Sehnen und Gelenke nicht zu überlasten. Dazu sollte man viel spielen und toben - sowohl drinnen als auch draußen.

    Ist der Hund erwachsen, braucht er viel Bewegung und Beschäftigung. Spaziergänge können gar nicht lang genug sein. Vom Körperbau her ist der Saarloos ein Langstreckentraber. Über Ausdauerprüfungen (20 km am Fahrrad) lacht ein trainierter Saarlooswolfhund!

    Am wohlsten fühlt er sich in einem Dorf oder am Stadtrand, wo nicht so viel Trubel herrschen. In der freien Natur ist er glücklich: hier kann er ganz Hund sein. Viele Saarloos besitzen noch einen starken Jagdinstinkt und sind dann meist auch erfolgreiche Jäger kleiner Tiere. Mit Erziehung und Training kann man diesen Trieb aber dämpfen und umlenken.

    Dank seinem Wolfserbe ist der Saarlooswolfhund ein spätreifer Hund. Die Hündinnen werden selten vor dem 12. Monat zum ersten Mal läufig, viele sogar erst nach 15 Monaten. Die Hitze kann länger als bei anderen Hündinnen dauern: bis zu sechs Wochen. Der Abstand zwischen zwei Hitzen ist oft 10 bis 13 Monate. Ein Rüde hebt erst sehr spät das Bein (12 Monate und älter), bei Rudelhaltung kann es sein, daß ein rangniedriger Rüde nie das Bein hebt.

    Trotz des Wolfsblutes ist der Saarlooswolfhund ein Hund und kein Wolf! Mit Wölfen kann man nicht ohne Gefahr zusammenleben. Mit der Geschlechtsreife versuchen Wölfe sehr viel stärker, ihre Rangposition zu verbessern. Derart starke Aufstiegsbestrebungen sind beim Saarloos genauso selten wie bei anderen Hunderassen. Der Saarlooswolfhund hat auch nichts mit den wild produzierten Wolfsmischlingen zu tun, die jetzt immer mehr "in Mode" kommen. Es handelt sich um eine Rasse, bei der der Charakter eine wichtige Rolle spielt. Es gibt selten Dominanzprobleme im Zusammenleben mit Saarlooswolfhunden: bei sachgerechter Erziehung erkennt der Saarlooswolfhund die überegeordnete Position seiner Herrin an.

    Saarlooswolfhunde sind im Sozialverhalten sehr sicher und besitzen dem Menschen gegenüber im Allgemeinen keinen Angriffstrieb. Fremden Menschen und Situationen gegenüber sind die Hunde sehr mißtrauisch bis scheu. Ihre Familie lieben sie über alles und sie möchten immer und überall dabei sein (wirklich Überall!!). Die Tiere ertragen das Alleinsein nur sehr schlecht. Sie haben sehr starke Separationsängste, die oft eine unglaubliche Zerstörungswut heraufbeschwören. Für eine Zwingerhaltung sind sie überhaupt nicht geeignet (wie eigentich alle Hunde): die Rudelbindung ist zu stark, als daß der Saarloos mehr als einige Stunden unbeschadet alleine im Zwinger ertragen kann.
    Dabei ist es auf jeden Fall wichtig, den Hund von Anfang an an das Alleinsein zu gewöhnen. Wenn es für das Tier normal ist, einige Stunden alleine in der Wohnung oder einem ausbruchsicheren Raum zu verbringen, wird er das auch klaglos ertragen.

    Es ist wichtig, diese Zerstörungswut beim plötzlichen Verlassenwerden richtig zu verstehen: Ein Hund steht in seiner geistigen Entwicklung mehr oder weniger auf der Stufe eines jungen Wolfes. Für ein Jungtier aber bedeutet das Verlassensein Tod und Verderben, da es sich nicht selbst versorgen kann und seinen Feinden schutzlos ausgeliefert ist. Ein Jungtier mit gesunden Instinkten wird Himmel und Hölle in Bewegung setzen, um bei seiner Familie - und damit in Sicherheit - bleiben zu können.

    Mit fremden Hunden vertragen sie sich sehr gut, sie sind keine Raufer und lieben es, mit allen freundlichen Hunden zu spielen. Problematischer kann die Haltung von mehreren erwachsenen Zuchthündinnen sein, die bereits Würfe hatten. Das "Welpen-haben-dürfen" bedeutet für die Hündinnen dieser Rasse einen großen Aufstieg in der Rangordnung; in dieser Position werden keine gleichrangigen Hündinnen mehr geduldet. Meist ist es dann unumgänglich, die Hündinnen auf Dauer zu trennen.

    Der Saarloos vermeidet kritische Situationen mit Menschen. Daher sollten Sie auch - trotz der Größe der Hunde - nicht darauf bauen, daß er Sie in brenzligen Situationen verteidigt. Allerdings ist die Verteidigung des Reviers 1. Ordnung (normalerweise die eigene Wohnung) eine andere Sache. Dafür kann man aber auch sicher sein, daß er keinen Menschen angreift. Ein Saarlooswolfhund beißt nicht, wenn er nicht ernsthaft gezwungen ist, sein Leben zu verteidigen. Auch wenn viele Leute es nicht glauben wollen oder es nicht verstehen können: Ein Saarloos ist kein Angstbeißer!

    Die Reaktion auf fremde Menschen ist normalerweise diese: Ein Fremder, der in Ihre Wohnung kommt, wird aus sicherer Entfernung beäugt und - wenn nötig - verbellt (was ein Saarloos so bellen nennt, klingt eher wie ein Husten). Wenn der Eindringling nicht verschwindet, zieht sich der Hund zurück. Nach einiger Zeit wird er dann aber doch vorsichtig den Fremden abschnüffeln. Auf Spaziergängen wird der Hund einen großen Bogen um Fremde machen, um ihnen dann vorsichtig hinterherzulaufen und kurz am Mantelsaum schnuppern

    Als Familienhund ist der Saarlooswolfhund bestens geeignet. Man sollte aber bedenken, daß der Saarloos alleine schon durch seine Größe (Rüden bis 75 cm) entsprechende Kräfte entwickelt. Zusammen mit dem überschäumenden Temperament, das er seinen Freunden zeigt, ist er dann eine echte Kanone: wehe, wenn der Hund einen vor Freude oder beim Spiel anspringt - das wirft auch Männer um!

    Dennoch sind diese großen Hunde sehr geduldig mit kleinen Kindern. Sie lassen sich - auch wenn sie Kinder nicht gewöhnt sind - deren "Liebkosungen" gefallen, ohne auch nur einen ärgerlichen Ton von sich zu geben. Wenn es ihnen zu viel wird, gehen sie weg oder suchen Hilfe bei ihren Besitzern.

    Wenn es darum geht, neue Menschen kennenzulernen, will der Saarloos den ersten Schritt tun! Ein sich-anbiedern des Menschen ist ihm zuwieder. Am besten ignoriert man den Hund, bis dieser es einfach nicht mehr aushält und von selbst schnuppern kommt. Trotz seiner großen Zurückhaltung ist der Saarlooswolfhund nämlich schrecklich neugierig! Die Tiere merken auch ganz genau, ob ein Mensch sie mag oder nicht, oder ob er sogar Angst vor ihnen hat.
    LG Dana

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  5. #5
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    Arbeiten?

    Leider muß man sagen, daß diese Hunde heute nur noch in Ausnahmefällen für ernsthafte Arbeit als Blindenhund oder Rettungshund zu gebrauchen sind. Die Zucht der anerkannten Rasse erfolgte leider in den ersten Jahren nach der Anerkennung in den Niederlanden und auch davor, rein auf das Aussehen, da die Tiere oft nicht den ästhetischen Gesichtspunkten der Besitzer entsprachen. Heute hält man sich einen Saarloos nur als Hund, mit dem man viel Spaß haben kann, wenn man ihn richtig zu nehmen weiß:

    Was man allerdings von dieser Rasse nicht erwarten kann, ist Kadavergehorsam. So etwas ist auch gar nicht erwünscht. Der Hund soll selbständig sein! Das bringt natürlich auch schwierige Situationen mit sich (für den Besitzer schwierig: man muß es schon ertragen können, wenn man bei einem Turnier in der Unterordnung den Hund ablegt und dieser dann in aller Ruhe aufsteht und den Platz verläßt, weil er der Meinung ist, er habe für heute genug getan). Dazu kommt eine ordentliche Portion Dickkopf, den man mit einem noch dickeren Kopf überlisten muß.

    Allerdings ist es Unsinn, wenn man sagt, man könne einem solchen Hund nicht die Grundregeln des guten Hundebenehmens beibringen. Der Saarloos lernt sehr schnell, wenn man die richtigen Methoden anwendet. Allerdings langweilen sich die Hunde ebenso schnell, wenn sie immer und immer wieder das gleiche tun sollen. Abwechslung und Spielpausen sind besonders wichtig. Die Erziehung bedeutet viel mehr Arbeit als bei leichtführigen Rassen und außerdem ist es sehr bequem, zu sagen: "Diese Rasse kann man nicht erziehen". Konsequente, geduldige Erziehung ist vom ersten Tag an gefordert. Die Ausbildung sollte hauptsächlich über "positive Bestätigung" geschehen. Mit Zwang und Schreien erreicht man nur, das der Hund "abschaltet" und gar nichts mehr tut.

    Der Besuch auf einem Hundeplatz ist für den Hund meist eine große Freude. Nach anfänglichen Anlaufschwierigkeiten sind die Tiere meist kaum zu bremsen, wenn sie auf den Platz kommen. Vor allem Sport (Breitensport, Agility, Hindernislauf etc.) macht den Tieren großen Spaß und sie sind meist mit Feuereifer dabei, wenn es über die Hürden geht. Zudem hilft der Hundeplatz und Hundesport dabei, die Scheu des Hundes zu überwinden.

    Bei der Wahl des Hundeplatzes sollte man sich wirklich Zeit nehmen und nicht einfach den ersten besten besuchen. Es ist wichtig, daß die Ausbilder ausreichende Kenntnis vom Hunde- und Wolfsverhalten haben. Sie als Saarloos-Besitzer sollten sich ernst genommen fühlen! Wenn Sie das Gefühl haben, daß man Angst vor Ihrem Hund hat oder daß man ihren Hund als "völlig wesensschwach" einstuft, suchen Sie sich einen anderen Verein! Wenn man in einem Verein von "positiver Bestätigung" und sanfter Hundeausbildung noch nichts gehört hat oder nichts wissen will, werden Sie und ihr Hund sehr unglücklich sein.
    LG Dana

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  6. #6
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    Für wen?

    "Wer sich einen Saarloos hält, ist bekloppt!" Das ist das Zitat einer Saarlooszüchterin. Sicher ist, daß es nicht immer einfach ist, eines oder mehrere Tiere dieser Rasse zu halten:

    Der Anfänger ist gut beraten, sich bei mehreren Züchtern und Besitzern ausführlich zu erkundigen, bevor er sich entscheidet, einen Saarloos bei sich aufzunehmen. Es lohnt sich, diesen Leuten aufmerksam zuzuhören und die "Schauermärchen" zu glauben, die man erzählt bekommt. Ein Saarloos-Besitzer muß nämlich nicht übertreiben! Wir möchten nicht, daß man sich einen solchen Hund anschafft, weil er imposant und wunderschön ist, ohne daß der künftige Besitzer sich der Probleme bewußt ist, die auf ihn zukommen können:

    Wenn der Hund den ganzen Tag alleine ist, tun Sie sich und dem Hund einen Gefallen, wenn sie auf Hundehaltung verzichten. Das Tier wird sich schnell langweilen, und sich dann Spiele ausdenken, die Sie gar nicht lustig finden werden ("Was ist im Sofa für eine Füllung?", "Welcher Schuh schmeckt am besten?" etc.). In seiner Langeweile kann der Hund schnell einen Schaden anrichten, der seinen Kaufpreis bei Weitem übersteigt!

    Man muß sich immer vor Augen halten, daß ein Saarlooswolfhund nicht so einfach zu handhaben ist, wie viele andere Hunde. Immer ist zu bedenken, daß der Hund eine Person kennen muß, zu der er gegeben werden kann, wenn aus irgendeinem Grund Frauchen oder Herrchen den Hund nicht betreuen können (Krankenhaus, Geschäftsreise, etc.). Die Hunde lassen sich selten von Fremden anfassen!

    Auch wenn man mehrere Saarlooswolfhunde hält, muß man von Anfang an planen. Vor allen Dingen, wenn es sich um ein Paar handelt: Was macht man, wenn die Hündin läufig ist? Welchen Hund kann man weggeben? Und vor allem: zu wem kann man eines der Tiere für vier Wochen geben? Ein eventueller Betreuer muß von Anfang an für den Hund zur Familie gehören.

    Üben Sie sich im verstehen von Hunden! Der Saarloos hat alles, was ein Hund braucht, um sich auszudrücken: Stockhaariges Fell, Stehohren und einen langen Schwanz. Die Körpersprache ist klar und sehr ausdrucksvoll. Wer sich mit seinem Saarloos befaßt, kann in ihm bald lesen, wie in einem offenen Buch!

    Es ist wichtig, daß die Welpen bereits beim Züchter ab der dritten Lebenswoche gut sozialisiert werden und schon dann alles kennenlernen, bevor sie mit acht Wochen ihr Schreckverhalten entwickeln. Der Welpe soll Männer, Kinder und Lärm aller Art kennen, wenn er zu seinen neuen Besitzern kommt.

    Ein nervöser oder cholerischer Mensch soll sich nicht wundern, wenn auch seine Hunde sehr nervös oder ängstlich sind: das Verhalten des Besitzers überträgt sich sehr stark auf den Hund. Man sollte in der Lage sein, dem Hund Ruhe und Sicherheit zu geben. Ganz wichtig ist natürlich, daß der Besitzer den Hund niemals in Situationen führt (oder zwingt ), die den Hund in Gefahr oder Bedrängnis bringen. Wenn der Saarloos weiß, das seine Besitzer ihn niemals gefährden würden, dann folgt auch ein Saarloos seinen Menschen vertrauensvoll in eine volle Fußgängerzone.

    Enttäuschte oder überforderte Besitzer muß es nicht geben. Auch die damit verbundenen Hundeschicksale sind vermeidbar! Für den Anfänger ist der Saaarloos nicht geeignet. Es ist eine große Portion Hundeverstand und Fingerspitzengefühl dazu nötig, diesem Hund die richtigen Bedingungen zu bieten.

    Für die richtigen Leute ist der Saarloos ein Super-Kumpel! Aber überlegen Sie gut, ob Sie zu den richtigen Leuten gehören. Ein Saarloos will Sie 15 Jahre lang lieben. Sie können ihn nicht wegwerfen, wenn er Ihre (überzogenen) Erwartungen nicht erfüllt!

    Wichtig! Wir raten jedem vom Erwerb von Wolfsmischlingen (sog. Wolfshybriden) ab! Derartige Kreuzungen sind extrem problematisch und zum Teil sogar gefährlich.
    LG Dana

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    Allgemeine Erscheinung

    Der Saarlooswolfhund ist ein kraftvoller, wolfsähnlicher, stockhaariger Hund mit einem Stockmaß von 60 bis 70 cm bei der Hündin und 65 bis 75 cm beim Rüden.

    Die Knochen sind stark und oval, ohne dabei schwer zu wirken. Er ist harmonisch gebaut und besitzt lange Beine ohne dabei hochläufig zu wirken.

    Der Saarlooswolfhund vermittelt das Bild eines sehr aufmerksamen, vorsichtigen und zurückhaltenden Hundes, der fremden Personen und Situationen mißtrauisch gegenübersteht, ohne dabei Nervosität zu zeigen. Rüden und Hündinnen unterscheiden sich klar in Körperbau und Allüren.

    Ein typischer Charakterzug ist die extreme Selbständigkeit, was ihn früher sehr dazu befähigte, als Bildenführhund zu arbeiten.

    Der Kopf

    Der Kopf soll das wölfische Aussehen im Ausdruck bewahren und in harmonischem Größenverhältnis zum Körper stehen. Der Schädel ist breit und flach mit einer schwachen Aufwölbung zwischen den Ohren. Zu den Augen hin verläuft er etwas konisch. Die Seiten sind flach ohne Backen. Das Hinterhauptbein ist nicht sichtbar ausgebildet. Der Übergang zur starken Schnauze ist durch einen leichten Stop markiert. Die Strecke Nasenspitze - Stop ist genauso lang wie die Strecke vom Stop bis zum Hinterhauptbein. Die Schnauze endet nicht spitz; die Nase ist groß und robust und paßt farblich zur Fellfarbe: schwarz oder braun. Die Lefzen sind gut geschlossen und überlappen nicht. Der Saarlooswolfhund hat ein vollständiges, starkes Scherengebiß.

    Die Augen sind von mittlerer Größe, mandelförmig und stehen weit auseinander. Die bevorzugte Farbe ist gelb. Der Ausdruck ist aufmerksam und etwas reserviert ohne Angst zu zeigen.

    Die Ohren stehen natürlich und sind von mittlerer Größe. Breit an der Basis, enden sie fast spitz. Sie sind fleischig, innen gut behaart und fest.

    Der Körper

    Der Hals ist trocken, muskulös und geht allmählich in den Körper über. Der Hund soll etwas länger sein als hoch. Der Rücken ist gerade und massiv, die Lenden stark bemuskelt und die normal gewinkelte Hüfte ist nicht zu schmal. Die Brust ist groß mit gut gewölbten Rippen und reicht nicht tiefer als bis zum Ellenbogen.

    Die Rute ist tief angesetzt und wird in Ruhe säbelförmig getragen. Sie ist nicht sehr beweglich. Der Saarlooswolfhund kann die Rute in Aktion oder beim Imponieren hoch tragen.

    Die Vorhand ist gut gewinkelt, mit geraden Laufknochen und langen, schrägen Schulterblättern.

    Die Hinterhand zeigt normale Winkelungen und ist stark bemuskelt. Eine leichte kuhhessigkeit wird akzeptiert.

    Die Pfoten sind etwas oval gut geschlossen mit leicht gebogenen Zehen; die Ballen elastisch und solide.

    Der Gang ist leicht, raumgreifend und federnd, dabei aber immer vorsichtig, so daß rasche Tempo- und Richtungswechsel möglich sind. Der Trab ist sehr typisch und erinnert an den des Wolfes.

    Das Fell ist stockhaarig mit einer sehr dichten Unterwolle und widerstandsfähigem Deckhaar. Um den Hals herum bildet das Fell einen deutlich sichtbaren Kragen.

    Die Farben: Der Saarlooswolfhund wir in drei Farbschlägen anerkannt: Wolfsgrau von fast schwarz bis hellgrau mit schwarzer Nase; Waldbraun in Nuancen von rostbraun bis orange mit brauner Nase, und Cremefarbenen Hunde mit brauner oder trüffelschwarzer Nase, wobei die trüffelfarbene Nase bevorzugt wird. Andere Farben sind nicht gesattet.

    Fehler: Schlappe Ohren, Knick- oder Ringelrute sind schwere Fehler.

    Anmerkung: Der Rüde besitzt zwei normale, vollständig im Skrotum befindliche Hoden
    LG Dana

    Dein erster Hund wird nie das werden was Du erwartest. Aber alle anderen nach ihm, werden nie wieder das für Dich sein, was Dein erster Hund war.

    Lache nie über einen Hund, der einen Schritt zurück geht. Er könnte Anlauf nehmen.

    Als Gott erfuhr, das Hundesport nur für die Besten ist, hat er fußball erfunden!

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