Druse bei Pferden ist hoch ansteckend
Die
Druse bei Pferden ist eine hochansteckende Erkrankung der oberen Atemwege. Verursacht wird sie durch eine Infektion mit Bakterien (Streptococcus equi). Am häufigsten tritt sie bei jüngeren Tieren auf, aber auch ältere Vierbeiner können sich infizieren. Zuerst kommt es zu hohem Fieber (bis 41 Grad Celsius. Das Pferd ist matt, frisst und trinkt wenig. Aus der Nase läuft klarer Ausfluss, der später eitrig wird. Manche Pferde husten und können schlecht schlucken. Die Kopflymphknoten schwellen an und bilden Abszesse (Eiterherde). Ein bis zwei Wochen nach den ersten Anzeichen brechen die Lymphknoten auf und der Eiter entleert sich. In diesem Stadium kommt es zu einer deutlichen Besserung der Erkrankung.
Eine gefährliche Komplikation ist das sogenannte Petechialfieber. Dabei handelt es sich um eine Reaktion des Immunsystems auf Bestandteile der Bakterien. Es kommt zu Blutungen, einem geschwollenem Kopf und Schwellungen mit feuchter Sekretion an den Beinen.
Behandlung
Der Tierarzt wird Antibiotika-Spritzen verabreichen. Dieser Wirkstoff bringt das Wachstum der Abszesse zum Stillstand. Die erkrankten Tiere müssen isoliert und in eine saubere, ruhige Box gebracht werden. Da viele Pferde schlecht schlucken könnten, sollte warmes Mash gefüttert werden. Sind die Eiterbeulen groß genug, platzen sie von selbst auf, oder sie werden vom Tierarzt aufgeschnitten. Der herausfließende Eiter enthält sehr viele Erreger und sollte deshalb nicht mit den Boxenwänden in Berührung kommen. Die Abszesse werden mit einer Jodlösung gespült. Es können auch noch schmerzstillende und fiebersenkende Mittel eingesetzt werden.
Management im Betrieb
Der gesamte Bestand eines betroffenen Betriebes darf den Hof nicht verlassen. An
Druse erkrankte Tiere dürfen während der Erkrankung und mindestens bis sechs Wochen danach nicht an Turnieren teilnehmen. Wenn die Krankheit in einem Stall ausgebrochen ist, müssen Hygieneregeln strikt eingehalten werden. Der Eiter der infizierten Pferde ist die größte Bakterienquelle. Die Ansteckung kann direkt von Pferd zu Pferd, aber auch durch die Übertragung kleinster Eiterpartikel erfolgen – z.B. über Gegenstände wie Mistgabeln, Wassereimer und Putzzeug. Erkrankte Tiere müssen isoliert werden. Nach der Pflege dieser Vierbeiner müssen die Schuhe und die Kleidung gereinigt und desinfiziert werden.
Impfung
Pferde ab einem Alter von vier Monaten können geimpft werden. Die Impfung erfolgt mittels Injektion einer kleinen Menge (0,2 ml) in die Innenseite der Oberlippe. Zur Minimierung der Verbreitung von Druse im Bestand sollten alle Pferde geimpft werden.
Nach der Impfung entsteht eine Pustel an der Innenseite der Lippe. Das ist normal und die Pustel verschwindet innerhalb kürzester Zeit.
Die meisten Pferde entwickeln anschließend eine Schwellung der Oberlippe, die aber normalerweise nicht schmerzhaft ist und keine Auswirkungen auf Appetit oder Allgemeinbefinden hat. Einige wenige Pferde können für einige Tage leichte Störungen des Allgemeinbefindens zeigen. Im Zuge weiterer Impfungen geht die Größe der Schwellungen zurück und deren Rückbildung erfolgt schneller.
Quelle: Pferdeklinik der Universität Zürich,
www.intervet.de
17.12.2009/wem