Extrem ansteckend und nicht heilbar: Equine Infektiöse Anämie (EIA)
In den vergangenen Monaten sorgte die Krankheit ?Infektiöse Anämie? (ansteckende Blutarmut) für Schlagzeilen und Panik unter Pferdebesitzern. In Thüringen wurden z.B. die PegaPlus Fohlenschauen (Quarter Horses) in Burgebrach und Taufkirchen aus diesem Grund abgesagt (wir berichteten). ?Einhufer?, also Pferde, Ponys, Maultiere und Esel können erkranken. Es gibt weder eine wirksame Therapie noch einen Impfstoff. Infizierte Tiere können lebenslang andere anstecken, obwohl sie selbst keine Symptome zeigen.
Auf einem Reiterhof im Landkreis Weimarer Land (Thüringen) erkrankten in der letzten Septemberwoche neun Pferde an Infektiöser Anämie. Am 8. Oktober trat die Krankheit dann auch in einem sächsischen Privatbetrieb auf. Bislang sind in Thüringen 19 und in Sachsen drei Tiere an der Infektiösen Anämie erkrankt. Sämtliche infizierte Tiere wurden umgehend getötet.
Symptome
Pferde, die akut an eine Infektiösen Anämie erkranken, haben fast immer über mehrere Tage hohes Fieber (40 bis 42 Grad Celsius). Die kranken Tiere wirken oft apathisch und zeigen einen schwankenden Gang. Häufig bilden sich blutige Punkte an den Lidbindehäuten oder ? sehr charakteristisch ? auf der Unterseite der Zunge. Blutiger Durchfall und Schwellungen an den Gliedmaßen (Ödeme) sind weitere Symptome.
Wenn die Krankheit in das chronische Stadium übergeht, macht sich die infektiös bedingte Anämie, also Blutarmut bemerkbar. Die Zahl der roten Blutkörperchen bzw. der Blutplättchen nimmt immer weiter ab. Sauerstoff kann nicht hineichend transportiert werden. Die Folge: Die erkrankten Pferde ermüden schnell und geraten in Atemnot.
Ursachen
Die Infektiöse Anämie wird durch ein Virus ausgelöst, das dem Aids-Virus sehr ähnlich ist. Der Erreger, ein Lentivirus aus der Familie der Retroviren, vermehrt sich in Blutzellen wie Monozyten und Makrophagen. Der Virus gilt als sehr ansteckend. Meistens wird er Virus durch Bremsen, Stechmücken und andere blutsaugende Insekten übertragen. Die Inkubationszeit beträgt etwa zwei bis sechs Wochen. Die Krankheit wird in Deutschland mit dem sogenannten Coggins-Test nachgewiesen, mit dem Antikörper gegen das Virus der Infektiösen Anämie im Blut des Pferdes festgestellt werden können. Diese Krankheit ist meldepflichtig,
Aktuelle Situation
In Deutschland galt die Seuche als ausgerottet, bis 1998 ein Fall in Bayern bekannt wurde. Vermutlich wurde diese Krankheit durch ein importiertes Pferd eingeschleppt. Seitdem hat es immer wieder Fälle gegeben, die ein Glück rechtzeitig erkannt und eingedämmt wurden
quelle: www.pferde.de



LinkBack URL
About LinkBacks
Zitieren