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  1. #1
    Langfusselbeschäftiger Avatar von Dana
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    Standard Der Hund als Jäger

    Bei vielen Hunden kommt ein zielgerichtetes Jagdverhalten (packen, totschütteln nach dem Jagen) relativ selten vor. Trotz Unterordnung haben viele Menschen ein Hauptproblem: Der Besitzer hält den jagenden Hund für schwer einschätzbar. "Er rennt einfach ohne Grund los und alles Rufen hiflt nichts mehr." Nun der "Fachmann" weis natürlich Rat, mit Hilfe eines TAckers bekommt man jedes unerwünschte Verhalten in den Griff. Nicht selten führt eine unsachgemäße HAndhabung zur Problemverschlimmerung.

    Zunächst muss dem HF eine Beschreibung der Jagdverhaltenssequenzen gegeben werden, damit er die dazu gezeigte Gestik seines Hundes besser einschätzen kann.

    Orientierungshaltung - Blickkontakt - anpirschen - jagen - packen - töten/totschütteln - zerlegen und fressen

    Es wird selten erklärt, dass angeborenen Instinkthandlungen innerlich motiviert sind und die Ausführungen der Handlungsketten somit Selbstbelohnend sind.

    Sogar geübte Hundetrainer begehen oft den Fehler die Sequenz Jagen beeinflussen zu wollen, statt schon bei den Sequenzen Orientierung/Blickkontakt, spätestens der Anpirschhaltung Beachtung zu schenken. Es ist dabei wirklich wichtig den Hund lesen zu können, da sie unterschiedlich kombinierte Sequenzelemente zeigen. Vorstehhunde winkeln den Vorderlauf an, Schweißhunde setzen die Nase auf die Spur, Sichtjäger stellen sich in Positur und recken die NAse in die Luft.

    1. genaue Beobachtung des Ausdruckverhaltens
    2. hervorziehen einer knisternden Tüte, Ball, Stock, Futter - spätestens nach feststellen der 2. Sequenz oder Jagdverhalten abbrechen durch knallerbsen, Wasserpistole, Wurfkette, Discscheiben
    3. nach hundlicher Beachtung Aufbau eines Alternativverhaltens - herkommen, sitzen, schneller Gangart des Menschen
    4. positive verstärkung des erwünschten verhaltens (Lob, streicheln, Futter, Ball , Stock)

    Eine andere Art der Ablenkung besteht darin, den Hund visuell und/oder geruchlich auf Hilfsmittel zu konzentrieren. Runde Futterbrocken über die Erde rollen oder sie in Futterbälle füllen.

    Dann haben wir noch die vermeidungstaktik. Die Jagdmotivation ist natürlich dann am Höchsten, wenn Reh, Hasen und Katzen morgens oder in der Dämmerung unterwegs sind. Da sollte man sich fragen, zu welcher Tageszeit man Gassie geht.

    Hunde bleiben Jäger, aber ein aufmerksamer HF kann ihr Verhalten beeinflussen.
    LG Dana

    Dein erster Hund wird nie das werden was Du erwartest. Aber alle anderen nach ihm, werden nie wieder das für Dich sein, was Dein erster Hund war.

    Lache nie über einen Hund, der einen Schritt zurück geht. Er könnte Anlauf nehmen.

    Als Gott erfuhr, das Hundesport nur für die Besten ist, hat er fußball erfunden!

  2. #2
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    Standard

    Hallo Dana,
    da wir auf dem Land leben, sind wir natürlich immer mit Reh und Hase konfrontiert. mein Sam ist nicht zu halten, wenn er eines dieser Tiere sichtet. Hab es mal mit der Pfeife versucht, es funktioniert, nur nicht sofort, er läuft hinterher und nach ca einer 1/2 Minute kommt er zurück, ganz reumütig. Macht Platz vor mir, soll ich schimpfen oder ihn loben für`s zurückkommen???

  3. #3
    Langfusselbeschäftiger Avatar von Dana
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    Standard

    Tja, das ist so ne Sache. Normal wird gesagt, den Hund loben, wenn er zurück kommt. Nur kommt er wirklich auf rufen oder nur weil er das Tier nicht erwischt hat?

    Ich rufe/pfeife bei sowas grundsätzlich nur einmal, dann geh ich weg oder wenns die Vegetation zulässt, versteck ich mich auch.

    Mein Großer wurde immer gelobt, wenn er von so einem "Ausflug" zurück kam, leider brachte das überhaupt nix. Eines Tages hat er es so weit getrieben, dass er mich 10 min stehen lies. Ich war stinke sauer! Als er kam, hab ich ihn im Nacken geschnappt, zu Boden gedrückt und geschimpft wie ein Rohrspatz. 2 Tage später sind wir wieder da Gassie gewesen. 10 m vor uns sahs ein Hase auf dem Feldweg. Er schaute den Hasen an, er schaute mich an, ich sagte nur "wag es nicht!" und er ging brav bei Fuß weiter. Seit dem hat sich das eigentlich erledigt. Falls er sich dann doch mal von der Kleinen mitreissen lässt, ist er auf jeden Fall abrufbar.

    Bei Madam ist das Ganze schon etwas schwieriger, die muss man genau beobachten. Meist lässt sie die ersten beiden Sequenzen weg und ist sofort verschwunden. Bemerke ich irgendwas jagdliches an ihr, wird sofort abgelenkt.
    LG Dana

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  4. #4
    Erfahrener Benutzer Avatar von wolfsgrau
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    Dully...ich würde das Jagen des Hundes schnell einstellen ..ich kenne einen Jäger, der fackelt nicht lange, wenn der hetzende Hunde sieht.
    Vor Jahren hatten sich mal 4 oder 5 Hunde zum Jagen versammelt - es war wirklich so: ein Hund holte den anderen ab u.s.w. bis sie vollständig waren - und zogen los, hetzten Wild und hatten auch im Rudel großen Erfolg, bis der Jäger dies mitbekam. Er wies viele Hundehalter an, die Hunde freilaufen ließen, ihre Hunde auf dem Hof zu halten, aber dann kam das Rudel wieder und rissen Wildtiere - tja, dann wurde gehandelt........allerdings liegt es schon ´ne Weile zurück, tiefste DDR -Zeiten.

    Man muß ja auch mal an die Wildtiere denken, was für eine Todesangst sie haben, wenn sie gehetzt werden, egal ob größeres Reh oder kleiner Hase - ich find´s gar nicht so witzig, auch sie wollen leben........
    Geändert von wolfsgrau (06.08.2009 um 16:17 Uhr)
    Behandle deinen Hund nicht wie einen Menschen,
    sonst behandelt er dich wie ein Hund.

    Der Hund ist das Symbol der Treue, aber wir halten ihn an der Leine.

    Madam Tussaud

  5. #5
    Erfahrener Benutzer Avatar von Gärtner
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    Jagdtrieb ist in jedem Hund mehr oder weniger vorhanden. Bei einigen Rassen z.B. Hütehunde, Retriever konzentriert sich der Jagdtrieb auf bestimmte Sequenzen einer Jagd. Während auch hier "richtige" Jäger zu finden sind. Der Jagdtrieb ist der höchste Trieb beim Hund, er kommt noch vorm Sexualtrieb. Hat man den Bauch voll kann man sich prima vermehren und seine Welpen füttern.

    Den Jagdtrieb bei einem Hund zu unterdrücken ist nach meiner Meinung der falsche Weg, denn der Hund ist nun mal ein Jäger. Die Kunst besteht darin den Jagdtrieb in die richtigen Bahnen zu lenken und als HF die "Jagd" anzuführen. Falsch ist es dem Hund das selbstständige Jagen zu erlauben, weil dies eine selbstbelohnende Handlung ist und sich negativ auf die Bindung vom Hund zum HF auswirkt.

    Wie lebe ich mit meinem Hund seinen Jagdtrieb unter meiner Führung aus ?

    Hier hat sich nach meiner Meinung Natural Dogmanship von Jan Nijboer bewährt. Dies wende ich auch beim Man-Trailing an.
    Wenn du einen verhungernden Hund aufliest und machst ihn satt, dann wird er dich nicht beissen. Das ist der Grundunterschied zwischen Hund und Mensch.
    Gott hat den Menschen erschaffen, weil er vom Affen enttäuscht war. Danach hat er auf weitere Experimente verzichtet.
    Mark Twain


    lisa ist gut zu vögeln - Groß- und Kleinschreibung rettet die Ehre
    komm wir essen Oma - Satzzeichen retten sogar Leben

  6. #6
    Erfahrener Benutzer
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    ja, genau davor hab ich auch Schiss, denn es wird tatsächlich nicht lange gefackelt und geschossen, auch bei uns ist das so. Es ist wirklich schön, das Wild so dicht am Haus zu haben, sie waren selbst schon im Garten und haben die Rosenköpfe abgefressen, man könnte meinen, sie haben keine Angst vor uns, denn sie kommen wirklich sehr dicht an uns ran und wir haben das Gefühl, Angst haben sie nicht wirklich vor uns. Sie kennen uns wahrscheinlich besser, wie wir sie. Das Jagen von meinem Sam ist natürlich auch sein Naturell, nur werde ich es nicht dulden, ich sage auch zu ihm, denk nicht mal dran, nur leider klappt es nicht so häufig. Ich werde weiter dran arbeiten, denn sonst ist er ein doch sehr gehorsamer Geselle. Danke euch und ein wunderschönes Wochenende tschüs aus Mecklenburg.

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